Bremer Vulkan: 20 Jahre nach dem Ende der Geschichte

Der Bau des Ausrüstungszentrums sollte – gemeinsam mit dem Baudock und dem Hallendock – den Schiffbau auf dem Bremer Vulkan grundlegend verändern: Vom Baustellen zum Werkstatt-Prinzip. Geholfen hat das nicht mehr. Inzwischen werden die Hallen und Werkstätten von BVT Bremen (die sich seit dem 20. September 2016 in der Insolvenz befinden) sowie von der Lürssen Werft genutzt.


„Die Pleite des Bremer Vulkan? Da war doch dieser Apotheker …?“ Die öffentliche Erinnerung reduziert sich heute weitgehend auf das, was nach dem Willen der Bremer Staatsanwaltschaft einmal das größte Wirtschaftsstrafverfahren in der Nachkriegsgeschichte werden sollte. Die Verfahren sind inzwischen alle abgeschlossen, die Urteile höchstrichterlich bestätigt, so richtig verurteilt keiner und die Millionen für die drei Untersuchungsausschüsse in Schwerin, Bonn und Bremen hätte mancher Bürger sicher gern.

Der Bremer Vulkan gehörte 100 Jahre lang zu den erfolgreichsten deutschen Werften. „Wenn der Vulkan einen Schnupfen bekommt, hat der Bremer Norden eine massive Grippe“, hieß es stets. Und dann war es so etwas wie eine tödlich verlaufene Lungenentzündung …

Staatliche Subventionen, großzügig kalkulierte öffentliche Aufträge, gut funktionierende Netzwerke und mancherlei erstaunliche Vergünstigungen kennzeichnen den Weg des Bremer Vulkan – von der Gründung 1895 bis zur Pleite 1997 – 102 Jahre lang. Ohne diese „Unterstützungen“ hätte die Nordbremer Großwerft, auf der in guten Zeiten rund 10.000 Mitarbeiter für die Werft und ihre „Fremdfirmen“ tätig waren, viel eher passen müssen. Doch nach der Schließung der AG „Weser“ 1983 wollte Bremen keinen zweiten politischen Tiefschlag.

Schiffbau ist heute Großanlagenbau – wie die Großindustrie an Land. Es gibt eigentlich nur einen feinen Unterschied: Wenn die 100 Millionen Euro oder mehr verbaut wurden, macht jemand die Leinen los und die Großindustrie schwimmt dorthin, wo sie benötigt wird. Soll heißen: Schiffe lassen sich immer dort bauen, wo es gerade am preiswertesten ist und das ist seit vielen Jahrzehnten längst nicht mehr an der deutschen Küste…

Ein bisschen ausführlicher finden sich diese Betrachtungen beim bremen-history.de. Geteilt in die Zeit vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges und die Jahre danach bis zur Pleite vor 20 Jahren.