20 Mio. Euro für die Traditionsschiffe

Die SEUTE DEERN, das erste Schiff der Segelvereinigung Clipper, der ältesten und zugleich größten Sail-Training Organisation.


Amtierender Verkehrsminister Schmidt zur Unterzeichnung in Lübeck

Die Amtszeit der amtierenden geschäftsführenden Bundesregierung lässt sich inzwischen in Stunden ausrechnen. Die allerletzte Gelegenheit also, den jahrlangen Streit mit den Traditionsschiffern in Deutschland zu beenden. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, auch geschäftsführend als Verkehrsminister im Einsatz, war für diese Einigung eigens nach Lübeck gereist.

Den Forderungen der Traditionsschiffer, von ihrem Dachverband GSHW formuliert, nach 50 Mio. Euro für die Umsetzung der geforderten Sicherheitsrichtlinie, wurde damit jedoch noch nicht einmal zur Hälfte entsprochen. An einem Punkt allerdings sind die neuen Sicherheitsregeln offenbar deutlich entschärft: Entscheider in den Verfahren, was ein Traditionsschiff ist, oder nicht, sind inzwischen nicht mehr nur anonyme Mitarbeiter der Berufsgenossenschaft. Zukünftig sollen Sachverständige, die von der Berufsgenossenschaft zugelassen sind, im Auftrag der Denkmalschutzbehörden der Länder entscheiden.

Um den neuen Sicherheitsrichtlinien überhaupt entsprechen zu können, werden zahlreiche Umbauten bei den anerkannten Traditionsschiffen nötig. Dafür soll es Zuschüsse von 20 Millionen Euro über fünf Jahre hinweg aus dem Verkehrsetat des Ministeriums geben, sagte Schmidt zu. „Die Traditionsschiffe sind großartige Wahrzeichen der Schifffahrtsnation Deutschland“ befand der Bayer, „dieses kulturelle Erbe wollen wir erhalten und die Traditionsschiffe fit für die Zukunft machen.“

Der GSHW-Vorsitzende zeigte sich dennoch zufrieden. Jan-Matthias Westermann dazu: „Damit haben wir am Ende der langwierigen Verhandlungen vor allem den Bestandsschutz für die Flotte und ausreichende Übergangsfristen erreicht. Jetzt ist Zeit, uns auf die neuen Vorgaben einzulassen.“ Die Übergangsfristen in der Verordnung sollen den Eignern – vor allem Vereine und Vereinigungen – ausreichend Zeit geben, die verschärften Ausbildungsvorschriften zu erfüllen. Zur Crew der Traditionsschiffe gehören nach den Informationen zukünftig jeweils drei seediensttaugliche Crew-Mitglieder. Dies bedeutet, dass die vorwiegend ehrenamtlichen Crewmitglieder zukünftig spätestens alle zwei Jahre zu Ärzten müssen, die von der Berufsgenossenschaft zugelassen sind, um sich ihre Seediensttauglichkeit bescheinigen zu lassen. Dies hatte auch in Vegesacker Vereinen und Stammcrews zu erheblichen Diskussionen geführt.