Blick ins Herz eines 82-jährigen Motors bei Uwe Petersen, dem Spezialisten aus Oyten

Auch ohne den Motorenkopf ist der Antrieb der Barkasse VEGEBÜDEL schon beinahe mannshoch. Derzeit hinterlässt die 82-jährige Maschine in der Werkstatt von Uwe Petersen (rechts) noch einen relativ traurigen Eindruck. Doch schon in der zweiten Aprilhälfte soll sich das wieder ändern. „Wenn alles gut geht fährt die VEGEBÜDEL noch im Mai wieder mit eigenem Antrieb und bietet kostenlose Rundfahrten auf Weser und Lesum an“, ist Eckhard Bögershausen (links) im Vorstand des MTV Nautilus für den Einsatz der Barkasse zuständig, sich ziemlich sicher.


„Problemlösungen“ steht auf der Internetseite von Uwe Petersen, dem Maschinenbauer aus Oyten. Neben „mobilen Zerspanungen vor Ort“ bietet Petersen mit Drehen, Bohren, Fräsen, Spindeln und Maschinenplanungen allerlei Dienstleistungen, für die der wirkliche Überblick auf diesem Gebiet nötig ist. Deshalb ist er auch regelmäßig bei den Werftunternehmen in der Region im Einsatz und derzeit steht inmitten seiner Werkstatt ein gan besonderes Schmuckstück: Der 3-Zylinder mit 42 Liter Hubraum, der die Vegesacker Barkasse VEGEBÜDEL antreibt.

Fein säuberlich aufgereiht liegen die Motorenteile von Lissy in der Werkstatt von Uwe Petersen.
Die letzte der insgesamt drei Zylinderbuchsen mit insgesamt 42 Liter Hubraum ist noch in der Drehbank eingespannt.

Ein komplizierter Lagerschaden war das Problem. Und bei der Reparatur werden gleich noch andere Auffrischungen durchgeführt. Bei unserem Besuch befand sich noch eine Zylinderbuchse in der Drehbank, die anderen beiden glänzten bereits neben dem Motorblock und warten – wie alle anderen Teile darauf – dass die frischgegossenen Lagerschalen aus der Gießerei kommen und eingepasst werden können.


Er war der „Wunderheiler“ aller Dieselantriebe und der „Vater“ der Lissy, des 42-Liter-Antriebes der VEGEBÜDEL. Am 5. April ist Peter Seebeck, wenige Monate vor seinem 80. Geburtstag, gestorben. Mehr:


Die Barkasse selbst bietet derzeit am Lesumanleger einen wenig attraktiven Eindruck. Doch nach dem bevorstehenden Werftaufenthalt und dem Wiedereinbau der Maschinen ist die Zeit der „Antriebslosigkeit“ vorbei!

Der aktuelle Blick auf den Wasserpass macht jedoch deutlich: da fehlen derzeit bald 2 Tonnen Gewicht. Denn die technischen Daten des Barkassenantriebs der „Vegebüdel“ sind eindrucksvoll: 42 Liter Hubraum bietet der luftgekühlte Deutz in seinen 3 Zylindern. Und bei 345 Umdrehungen pro Minute bringen die etwa 100 PS die Barkasse auf neun Knoten, also rund 16 Stundenkilometer. Gebaut wurde die Maschine 1936 – die Maschinen, muss es eigentlich heißen, denn nach dem Heben von im Krieg versenkten Kuttern wurde aus zwei Dieseln einer gemacht – und das ist nun die „Lissy“, wie die „Vegebüdel“-Crew diesen Antrieb liebevoll nennt.

Die Website von Uwe Petersen: www.petersen-maschinenbau.de