Bremer Vulkan: Eine „ehemalige Großwerft“

Es ist genau 20 Jahre her, dass die Großwerft im Bremer Norden sich in die Pleite verabschiedete. Eine Werft, die nicht nur viele Jahre lang meine Berichterstattungsfelder bestimmte. Für die Menschen in dieser Region waren die „Vulkanesen“ Gradmesser. Sie spürten die Auswirkungen von Politikwechseln, Werften- und Schifffahrtskrisen am ehesten.

Am Ende waren der Stolz und die Freiheit gebrochen. Auch ich stamme aus einer Familie mit „Vulkanesen“. Ich habe mir in unzähligen Artikeln und einem Buch das Thema „von der Seele geschrieben“. Dennoch sind die 20 Jahre seit der Insolvenz ein guter Grund, in einigen Geschichten noch einmal auf das Unternehmen und seine Historie einzugehen. 1893 wurde es in Vegesack gegründet. Womit? Mit einer Krise. Es gab keine Schiffbau-Aufträge. Die naheliegende Lösung: Die Aktionäre der Bremer Vulkan AG gründeten auch die Bremen Vegesacker Fischerei-Gesellschaft AG und die Nordsee Fischerei AG. Erster und vorerst einziger Inhalt dieser Unternehmen waren Aufträge an den Bremer Vulkan, Fischereifahrzeuge zu bauen. Und das erste Schiff, das gleich neben dem Vegesacker Hafen gebaut wurde, war die BV2 VEGESACK. Der Heringslogger, den der Verein Maritime Tradition Vegesack Nautilus e.V., in dem ich Mitglied bin, mehr als 90 Jahre später zurückholte nach Vegesack. Er ist heute das Symbol für unsere Schiffbaugeschichte. Dazu später mehr.

Als erstes möchte ich auf eine Zeitleiste verlinken, die bei Vege.net, unserem lokalen und sehr leistungsfähigen Provider, abgelegt wurde:

http://vegesack.de/bremer-vulkan/geschichte/

Auf den einen oder anderen Abschnitt aus der Geschichte und der aktuellen Entwicklung werde ich auf diesem Blog noch zurückkommen.


Noch ein Zitat:

„Kommen Sie! Haben Sie Lust? Wir wollen eine Schiffswerft kaufen.“ – Das wäre das letzte bei den trostenlosen Aussichten, erwiderte ich. „Da haben Sie recht. Aber wenn wir die Schiffswerft halb geschenkt bekommen?“ – Nun, dann will ich kein Spielverderber sein und will mir das Weitere überlegen. Ich kann aber keine Schiffe bauen!“*

* Der Bremer Kaufmann Franz Schütte, 1883 einer der Gründungs-Geldgeber des Bremer Vulkan, über ein Gespräch mit seinem Freund, dem Bankier Loose, der ihn zum finanziellen Engagement beim Bremer Vulkan überredete.