120 Mio. Euro für die Restaurierung der Viermastbark PEKING

Bremer Dockschiff Combi Dock III nimmt Viermastbark PEKING huckepack.

26 Mio. für den Transport und fast 100 Mio. Euro für die Restaurierung.

Peter Harren ist auch in Vegesack aktiv: Als Vorstandsmitglied im Deutschen Schulschiff-Verein kennt er die Befindlichkeiten von Großseglern im „Rentenalter“. Gemeinsam mit dem dänischen Reeder Poulsen betreibt Haren und Partner die Schwergut-Reederei Combi Lift in deren Flotte die COMBI LIFT III während der vergangenen Wochen einen ganz besonderen Auftrag erledigte: Den Transport der Viermastbark PEKING von New York nach Hause an die Elbe. In Hamburg soll das Schiff in drei Jahren als Museumsschiff den Traditionsschifffahrts-Standort im neuen Hafen-Museum schmücken. Am Sonntag Nachmittag passierte das „Dockschiff mit den vier Masten“ die Elbmündung in Cuxhaven (unser Foto). Die PEKING ist inzwischen ausgedockt und von zwei Schleppern zur Werft in Wewelsfleth verholt worden.

In spätestens drei Jahren soll die PEKING wieder schmuck und ansehenswert sein. Foto: Stiftung Hamburg Maritim

Der Bundestag hat 120 Mio. Euro (!!!) für das Projekt PEKING freigegeben. Einer der wichtigen „Wolkenschieber“, wie Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim sie bezeichnet, ist auch im Bremer Norden kein Unbekannter: Johannes Kahrs in Bremen-Nord geboren und aufgewachsen, inzwischen sozialdemokratischer Bundestagsabgeordneter mit einem Wahlkreis in Hamburg und Sohn der Bremer Ex-Senatoren Brinkfriede und Wolfgang Kahrs.

Die Stiftung Hamburg Maritim wird jetzt die PEKING übernehmen, die Restaurierung abwickeln und nach der Eingliederung ins Hafenmuseums wird die Stiftung Historische Museen in Hamburg den Großsegler übernehmen.

Den Vegesacker Versuch, mit Hilfe einer Sitftung zu die finanzielle Zukunft der Traditionsschiffe zu sichern wurde leider von der Bremer Landespolitik konterkarriert.

Doch zurück zu der prominenten Viermastbark, die sich  in der gleichen Größenklasse wie SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND befindet, jedoch als Frachtsegler mit 4.200 qm Segelfläche und 6.280 Tonnen Verdrängung doppelt so hohe Zahlen wie unser Vegesacler Großsegler vorweisen kann.

Die PEKING gehört zu den berühmten Flying P-Lindern der Hamburger Reederei Laeisz. Im Frühjahr 1911 wurde das bei Blohm & Voss in Hamburg gebaute Schiff in Dienst gestellt. Über die Geschichte des Schiffes ist bei Wikipedia zu lesen:

„Unter Kapitän J. H. Hinrich Nissen, der schon das Fünfmast-Vollschiff Preussen befehligt hatte, fuhr die Peking ab dem 30. November 1912 dreimal die Route Hamburg–Valparaíso, bis sie im August 1914 in Valparaíso (Chile) aufgrund des Ersten Weltkrieges interniert wurde. Nach Ende des Krieges folgte die Rückführung von Caleta Coloso (Chile) nach London unter dem Kommando von Kapitän H. Oellrich (6. Oktober–21. Januar 1920). Am 10. Mai 1921 ging das Schiff als Reparation an Italien, das mit der Viermastbark aber nichts anzufangen wusste, sodass es F. Laeisz gelang, das Schiff zum 11. Januar 1923 für 8500 Pfund relativ günstig zurück zu kaufen. In den Folgejahren fuhr die Peking die Route Hamburg–Talcahuano. Nach zwei Fahrten unter Kapitän Oellrich (1925) und dann Kapitän Hermann Piening (1926) wurde die Peking wieder zum kombinierten Fracht- und Schulschiff umgebaut. In den Jahren 1928 und 1929 machte die Viermastbark unter dem Kommando von Kapitän Jürgen Jürs zwei Reisen nach Talcahuano. Ihre letzte Reise unter der Flagge von F. Laeisz führte die Peking 1931/1932 unter Kapitän Hans Rohwer noch einmal nach Valparaíso und dann von Taltal (Chile) nach Santander (Spanien). Laeisz verkaufte das Schiff 1932 in Folge der Weltwirtschaftskrise an die Shaftesbury Homes and Arethuse Training Ship, London, woraufhin sie zu einem stationären Schulschiff umgebaut, in Arethusa umbenannt (nach der Vorgängerin gleichen Namens aus dem 19. Jahrhundert) und bald darauf nach Upnor nahe Rochester, Kent, verholt und auf dem Medway verankert wurde.[2] Die Rahen wurden bis auf drei am Fockmast abgenommen, und das Schiff wurde mit einem Portenband versehen. Im Jahr 1940 wurde die Bark von der Royal Navy als Unterkunft eingezogen, wieder in Peking umbenannt und im Chatham Dockyard, Devon, aufgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie wieder an den Vorbesitzer und erhielt den Namen Arethusa zurück.

Am 31. Oktober 1974 wurde die Viermastbark an die J. Aron Charitable Foundation versteigert. Vom 5. bis 22. Juli 1975 gelangte der Rumpf der Peking am Haken des holländischen Seeschleppers Utrecht von Blackwall, London, die Themse hinunter über den Atlantik nach New York. Dort wurde sie originalgetreu wiederaufgeriggt. Auch ihr alter Heimathafen „Hamburg“ prangte nun wieder am Heck. Seitdem lag sie unter ihrem ursprünglichen Namen Peking am Pier des South Street Seaport Museum in New York.“

Und wie geht es weiter? Mehrere Hundert Seiten lang ist die Umbaubeschreibung der Hamburger Eigner für die Peters Werft. Rund drei Jahre Umbau- und Restaurierungszeit sind vorgesehen, bis der Liegeplatz, wahrscheinlich am Schuppen 50 gegenüber den Landungsbrücken für das Schmuckstück des zukünftigen Hafenmuseums aufbereitet wurde.

vegesack-maritim.de bleibt dran.