„Es wär zu schön gewesen, es hat nicht sollen sein!“

Wie oft haben Sie das wohl schon gedacht, manchmal sogar gesagt? Vielleicht als Ihre erste große Liebe in die Grütze ging, die Fernsehlottofee sechs Ihrer Lieblingszahlen verkündete, Sie aber nicht getippt hatten, das oberaffengeile Kleid in Größe 38 zu eng ist oder Ihr altes Vehikel nicht mehr durch den TUV kam. Gefühlte tausend Mal sicherlich und regelmäßig kommen neue Stoßseufzer hinzu, weil es doch zu schön gewesen wäre – was auch immer!

Selbst Fiete steht an diesem sonnigen August-Wochenende die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, denn eigentlich hatte er bei der Affenhitze Bock auf eine Weser-Rundfahrt auf dem Oldtimer-Dampfer namens Hydrograaf aus den Niederlanden. Der sollte eine der Attraktionen auf dem diesjährigen Festival Maritim in Vegesack sein. Doch die betagte Lady ist nicht gekommen! Aber mit 108 Jahren auf dem Buckel kann eine so alte Dame schon mal unpässlich sein, da plagt schon mal ganz überraschend das eine oder andere Zipperlein.

Früher war sie das Schiff der Königin – also der gekrönten Häupter Wilhelmina und Juliana. Stilvoll und klassisch präsentierte es sich und war daher ideal für tolle Events, die damals aber noch nicht so genannt wurden.

Schade, nun gibt’s keine Rundfahrten auf der Weser – doch es wär zu schön gewesen…… Ist ja nun schnuppe, denn wer nicht kommt, klappert nicht mit der Tür und in diesem Fall macht er keine Wellen.

Aber wissen Sie eigentlich auch, woher der es-wär-zu-schön-gewesen-Text stammt? Es war ein gewisser Herr Scheffel, geboren 1826 in Karlsruhe, der neben seinem Studium auch Romane schrieb. Der „Trompeter“ wurde sein Meisterstück und es ist die Geschichte zweier Liebender, die im 16. Jahrhundert lebten und die nur auf höchst wundersame Weise zusammenfinden konnten. Werner und die adelige Margareta lernen sich in Säckingen kennen, doch die Standesschranken verhindern eine Ehe. Nach fünf Jahren der Trennung macht ein verständnisvoller Papst aus Werner Kirchhof einen ‚Marchese Camposanto‘ und damit einen akzeptablen Heiratspartner. Um die zwanghafte Trennung zu überwinden, hat Werner schmachtende Liebesgedichte geschrieben, sein Flehen nach der Liebsten in Worte gefasst und noch heute geht’s dem Leser zu Herzen.

Der Roman wurde verfilmt und vertont und erlangte ähnlich viel Aufmerksamkeit wie die immerwährende Liebesgeschichte von Romeo und Julia.

Und wie wir alle wissen, sind die zwei Zeilen des Trompeter von Säckingen noch heute in aller Munde:

Behüt‘ dich Gott, es wär zu schön gewesen,
behüt‘ dich Gott, es hat nicht sollen sein.

Haben Sie Lust auf die ganze Version? Nur zu – ein Klick und es geht los….

https://www.trompeter-von-saeckingen.de/scheffel/trompeterlied.htm

Foto: BMK Wikimedia, Trompeter BMK, CC BY-SA 3.0