Fassmer, der Spezialist unter den Spezialisten

Mit bald 170 Jahren ist das Familienunternehmen FASSMER der älteste der drei Spezialschiffbaubetriebe im Radius von wenigen Kilometern um Vegesack und Lemwerder. Der Ursprung lag in Bardenfleth und der aktuelle Stammsitz der Werft befindet sich in Motzen, einem Ortsteil der Gemeinde Berne.

Fassmer ist ein echter Spezialist für alle Fahrzeuge mit ganz besonderen Anforderungen. Bestes Beispiel für diese Positionierung am internationalen Schiffbaumarkt ist der Auftrag zum Bau des 114 Mio. Euro Projektes Atair, der im Dezember 2016 erteilt wurde. Der 74 m lange und knapp 17 m breite Neubau wird mit einer gas-/dieselmechanischen Antriebsanlage zur Nutzung von emissionsarmen Flüssigerdgas (LNG) als Kraftstoff ausgestattet und erfüllt die Anforderungen für das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Wie die Werft weiter mitteilt, wird die neue ATAIR das weltweit erste seegängige Behördenschiff mit LNG-Antrieb und mit 74 Metern Länge das größte Schiff der BSH-Flotte werden. Das Schiff verfügt über eine umfangreiche wissenschaftliche Ausrüstung (Nass- und Trockenlabore, Arbeitsdeck, Winden, Heckgalgen, Arbeitskran usw.) und ist für den Einsatz in der Nord- und Ostsee sowie im Nordostatlantik optimal geeignet. Das Schiff wird für die Seevermessung und Wracksuche eingesetzt und erfüllt Aufgaben der Meeresumweltüberwachung. Dazu können neben der 18-köpfigen Besatzung noch zusätzlich 15 Personen an Bord untergebracht werden. Die Ablieferung der Atair ist für 2020 vorgesehen.

1961 entstand am neuen Standort nördlich der Fähre Blumenthal/Motzen der Neubau der Werft. Fünf Jahre später erfolgte der Komplettumzug und ab Mitte der Siebziger Jahre wuchs die Größe der zu bauenden Schiffe. Schwerlastfähren, Feuerlöschboote sowie Arbeits- und Rettungsboote entstanden in den Fassmer-Hallen. Seinerzeit starteten auch die Bemühungen zur Diversifizierung im Unternehmen. Was mal mit dem Kunststoff-Hochdach eines VW-Busses begann ist heute ein sehr erfolgreicher Produktionsteil mit den Karossen von Reisemobilen, den Turbinenhäusern für sehr große Offshore-Windkraftanlagen sowie dem Bau von Rettungsbooten und Tendern für mehrere internationale Werften, auf denen Kreuzfahrtriesen gebaut werden.

Die Familie Faßmer teilt an einer Stelle das gleiche Schicksal wie die Nachbarn Lürssen. Ihre Familiennahmen werden eigentlich mit dem international  nicht umsetzbaren „ß“ geschrieben, weshalb die Unternehmen das „ss“ tragen. In Deutschland, Polen und sogar in China produziert Fassmer und erwirtschaftet mit den mehr als 900 Mitarbeitern nach eigenen Angaben rund 90 Mio. Euro.


Die komplette Geschichte des Unternehmens findet sich bei Wikipedia.

Der Link zur Werft: