Gegenbesuch zum südlichsten Hafen*

Wanfried im touristischen Bild mit dem Blick über die Werra auf den historischen Hafen. Direkt am malerische Werra-Radweg gelegen. Ende Juni wird eine 3-tägige Busreise von Vegesack aus angeboten. Es sind noch wenige Plätze frei, die nur noch bis Ende April gebucht werden können.

Die Reise nach Wanfried könnte am Beginn einer regelmäßigen Begegnung stehen. Wie unser Foto zeigt, war auch einmal schon aus Vegesack eine „Erkundungs“-Gruppe in Wanfried und Mühlhausen. Weitere Informationen dazu hat Dr. Berndhard Hauke parat (0421 / 65 35 18 ).


Der hier gemeinte südlichste Hafen* ist nicht der in Deutschland oder gar in Europa, sondern der, den wir von Vegesack aus über die Weser erreichen können. Und das nicht erst neuerdings, sondern schon seit Jahrhunderten. Diese Verbindung wird schon zu Zeiten des Hafenbaus in Vegesack Anfang des 17- Jahrhunderts beschrieben. Der Hafen: Wanfried, heute im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis, direkt an der Grenze zu Thüringen.

Dorthin fand jetzt ein kleiner Gegenbesuch einer offiziellen Delegation statt, die vor einigen Wochen im Gefolge von Bürgermeister Wilhelm Gebhard Vegesack ihre Aufwartung machten. Geplant sind 3-tägige Busreisen im kommenden Jahr von Bremen aus nach Wandfried sowie ins benachbarte Mühlhausen.

Die Delgation aus Vegsack zu Besuch am Wanfrieder Hafen an Bord der Wisera. Foto: Werra-Rundschau

Dieter Meyer-Richartz und Berhard Hauke mit ihren Partnerinnen sowie Thomas Rutka als Vorsitzender des MTV Nautilus e.V. waren jüngst schon mal zu einem Vorausbesuch an der Werra, eingeladen wir vom „Förderverein Historischer Hafen Wanfried e.V“, der die Vegesacker davon überzeugte, dass es die historische Achse über Weser und Werra touristisch zu aktualisieren gilt. Diese Achse wurde durch den Handel und die Schifffahrt geschlagen. Einen Warenhandel auf der Werra soll es bereits im Mittelalter gegeben haben. Schon um die Zeit des Baus des Vegesacker Hafens, Anfang des 17. Jahrhunderts, wurden waren aus Wanfried und dem benachbarten Mühlhausen in Thüringen über die Werra und die Weser nach Bremen verschifft. Die Mühlhauser Tuchmacher lieferten ihre Produkte dabei bis nach England, Russland und Schweden. Verladen wurde alles seit 1608 im Wanfrieder Hafen, der dazu mit einer Kaimauer und Steinplatten befestigt wurde. Außer Tuchen aus Mühlhausen wurden Kupfererz, Getreide, Flachs, Raps Mohn und Thüringische Farbpflanzen nach Bremen verschifft, um von dort aus nach Holland, England, Frankreich, Spanien und Amerika weitertransportiert zu werden.

Von Bremen aus brachten die Schiffe Gewürze, Kaffee, Tee, Wollwaren, Öle, Tabak, Reis und Zucker weser- und werraaufwärts. Schon vor mehr als 200 Jahren gab es Linienverkehre weseraufwärts bis in die Werra hinein. Der Handel so hat Bernhard Hauke recherchiert, brachte Wohlstand in die Stadt Wanfried. Noch heute zieren die stattlichen Kaufmannshäuser dieser Zeit das Stadtbild.

Ein Resumee des Besuches in Wandfried gibt es auch schon, von Dieter Meyer-Richartz: „Wir Vegesacker waren besondere und umworbene Gäste, es war eine schöne, unpolitische, interessante und wirklich herzliche Begegnung.“ Und als Revanche veranstalteten die Vegesack das „Vegesacker Kapteenspatent“, was den einen oder anderen Nordhessen die ersten Matjes-Kontakte bescherte.

Foto: von Heinz K. S. (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons