Gezeitenstation real und im Internet

Signalstation präsentiert sich im informativen neuen Outfit

Das Äußere der Vegesacker Signalstation an der Promeade hat sich verändert. Während der MTV als Hausherr gerade das Innere des Gebäudes umgestaltet und ein elektronisches Informationsangebot hinter einer Panzerglasscheibe umsetzt, bieten die Außenwände des Hauses einen ganz neuen Einblick. Und das musste gefeiert werden. Der Förderverein Stadtgarten Vegesack lud ein und fast alle kamen. Leider nicht die Spitze des MTV Nautilus – man war verhindert. Und die angekündigte Technik war auch nicht so richtig zu betrachten, weil der (nicht in Vegesacke stehende) Computer gerade ausgefallen war.

Zur Teileröffnung der neuen Signal-(Gezeiten-)station gehört auch maritime Musik. Dafür sorgte der Schulschiff-Deutschland-Chor, der die geladenen Gäste sowie die Passanten an der Promenade gut unterhielt.

Die aktuellen Pegelstände lassen sich aber nun im Funktionsfall von den digitalen Anzeigen ablesen und rundum gibt es jede Menge Hintergrundinfos an den Hauswänden. Die aktuellen Pegelstände gibt es auch Online auf der Website der Gezeitenstation. Wie groß die Informationslücken bei den Stadtbremern sind, lässt sich (leider) auch dort feststellen. Bei der Erklärung der Fahrwassertonnen ist das Betonnungssystem der Mittelweser und nicht der Seeschifffahrtsstraße erläutert. Und auch an anderer Stelle wäre die Draufsicht von Fachleuten nützlich gewesen. Online gibt es die Gezeitenstation und ihre Informationen inzwischen auch schon unter gezeitenstation.de.

Digitale Anzeigen in Echtzeit und grafische Hintergrundinformationen wechseln sich an den Hauswänden ab.

Rund zehn Jahre dauerte die Planung der Gezeitenstation. Mal mit und mal ohne MTV, mal mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen und seit 2017 wieder ohne. Entsprechend unterschiedlichen fielen die Pläne aus, die anfang von der Hochschule Bremen und zuletzt aus dem Universum kommen.

Keine Frage, dass diese und andere Informationen an dieser Stelle für die große Zahl der Promenadenbesucher interessant sind. Deshalb wird der MTV Nautilus auch einen Monitor hinter Panzerglas präsentieren, der allerlei Filme und Informationen – so einen aktuellen Veranstaltungskalender – bietet. Spätestens im kommenden Monat, so der MTV-Schatzmeister, wird dann die umgestaltete Signalstion mit Gezeitenstation und mit MTV-Monitor, eingeweiht.

Die Vegesacker Signalstation, seit etwa 30 Jahren vom MTV Nautilus gemietet,  hat eine lange Geschichte. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie – damals noch auf dem Hafen-Höft – von der Wasserstraßenverwaltung des Reichs errichtet und von der Stadt Bremen mit Personal besetzt. Die Anzeiger der Tiefgänge und der Schiffsmeldedienst standen im Mittelpunkt des wichtigen Aufgabenfeldes. An den riesigen Masten, an denen Bälle und Kegel hochgezogen wurde ließ sich der Wasserstand der Weser ablesen. Ein Ball für einen Meter, ein Kegel mit der Spitze nach oben 20 Zentimeter, auf dem Kopf stehen 10 Zentimeter.

Seit den 1950er Jahren existiert das Gebäude an der Promenade und seit Ende der 1980er Jahre ersetzen Funk und das Radarleitsystem der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Aufgaben der Signalstation.