Das Rezept zum Stint: Klein aber oho!

Man sollte ihn schon mögen und gerne essen, diesen saisonalen Meeresfisch, der einmal im Jahr zum Laichen auch in der Weser landet – also erst in der Weser und dann in der Pfanne. Die Gastronomie hat ihn wiederbelebt, den schmackhaften Kleinen, den man über Jahre verpönt und aus der Küche verbannt hatte. Er galt lange Zeit als Arme-Leute-Essen und damit wollte sich die bessere Gesellschaft natürlich nicht gemein machen. Seit längerem ist das umgekehrt: Die feinen Leute rennen den angesagten Restaurants die Bude ein, um ihn zu essen.

Wer null Bock auf diesen Schickimicki-Trend hat oder keinen freien Tisch im Restaurant bekommt, der kann ihn auch zuhause in der heimischen Pfanne zubereiten. Das ist einfach und geht so:

Man kauft beim Fischhändler seines Vertrauens so viele ausgenommene Stinte, wie man zu „verputzen“ gedenkt. Die Faustregel lautet 12 bis 15 Stück pro Nase. Der Rest ist kinderleicht: Jeden Fisch salzen, bei Bedarf pfeffern und in Semmelmehl, Panko (japanisches Paniermehl) oder Mehl wälzen. Dann ab in die Pfanne und in sehr viel Butterschmalz oder Pflanzenöl goldbraun und knusprig braten. Das war’s auch schon. Ab auf den Teller und guten Appetit beim saisonalen Fingerfood.

Beilagen ganz nach Gusto. Bratkartoffeln, Kartoffelsalat, Gurkensalat sind z. B.  total lecker.

Man kann Stinte auch nur in reiner Butter langsam goldbraun braten und sie hinterher mit etwas ausgelassener Butter und kleingehackter Petersilie auf dem Teller anrichten. Bei dieser Zubereitungsart sollte man zum Essen dann aber Messer und Gabel benutzen.

Allzu viele Stint-Rezepte gibt es nicht, die sich wirklich in der Zubereitung unterscheiden. Auffällig ist aber, dass man den kleinen Lecker-Schmecker auch als eingelegten Fisch in einem Sud aus aufgekochtem Wein, Essig, Wasser, Zitrone, Zucker, Salz, Knoblauch, Lorbeerblättern, Thymian ein bis zwei Tage ziehen lässt und ihn dann zusammen mit Bratkartoffeln isst. Das kommt dem längst nicht ganz so edlen eingelegten Brathering-Bruder sehr nahe.

Der Stint ist kein Allerweltskerl und daher auch kein Fisch für tausend-und-ein-Rezept, wie vielleicht der Lachs oder die Rinderroulade. Aber er ist außerordentlich lecker und um es mal mit Tim Mälzer zu sagen: Schmeckt nicht – gibt’s nicht! Und beim Stint schon gar nicht….

 

 

 

 

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