Maritime Meile: In Zukunft nicht nur Musik

Zwei Highlights der Maritimen Meile Vegesack: Der Aussichtsturm mit Fahrstuhl, der niemals so richtig genutzt wurde und nun verschwinden soll und der Schlepper REGINA, der seine Attraktivität für Besucher jüngst mit dem Einbau einer Funkstation deutschlich steigern konnte.


Konzept der Vereine zeigt jede Menge Zukunftspläne auf – 40 Förderer gesucht

„Vegesack braucht einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung und ein neues Selbstwertgefühl. Die Maritime Meile Vegesack soll das in attraktiver Form wirkungsvoll unterstützen“, schreiben die Autoren eines Konzeptes, dass den maritimen Aushängeschildern des nordbremer Zentrums eine neue Aufmerksamkeit vermitteln soll. „Der historische Vegesacker Hafen ist derzeit allerdings leblos, wirkt steril und bietet den Besuchern kaum Gelegenheit zum Verweilen“, gehen die Vereine dazu durchaus schonungslos mit der sichtbaren Realität um.

Die Signalstation des MTV Nautilus. Außenmonitore und jede Menge Informationen sollen zukünftig helfen, die Attraktivität der Maritimen Meile zu erhöhen.

Eigentlich gibt es seit Jahren Bestrebungen, die MARITIME MEILE VEGESACK, die bei der Gründung des MTV Nautilus 1987 noch „maritimer Lehrpfad“ genannt wurde, mit einem organisatorischen Überbau und damit mit einer Bündelung der unterschiedlichsten Finanzquellen zu versehen. Denn klar ist, weder der Stadtgartenverein, der MTV Nautilus noch der Schulschiff-Verein oder die Akteure aus dem Museumshaven haben die Mittel, für mehr Attraktivität zu sorgen.

Was zwischen SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND und dem Schlepper REGINA zukünftig für mehr sichtbare Attraktivität sorgen soll, beschreibt das Konzept des Projektbeauftragten Norbert Lange-Kroning und des MTV-Vorstandes sehr klar: Die geschichtliche Bedeutung des Vegesacker Hafens in der Bremer Historie soll an der MARITIMEN MEILE stärker als bisher erkennbar werden. Auch der wirtschaftliche Wandel, etwa am Beispiel der Werften-Entwicklung der vergangenen Jahrhunderte in Vegesack, könnte verdeutlicht werden.

An verschiedenen Stationen der Weserpromenade möchten die Vereine grundlegendes Wissen zur Weser und der Schifffahrt vermitteln und Vegesack und Umgebung als wichtigstes Zentrum des Spezialschiffbaus deutlich werden lassen. „Die Gestaltung der Exponate und Objekte (soll) zum Mitmachen und Verweilen einladen“, heißt es in dem fünfseitigen Papier.

An Ideen und Beispielen mangelt es nicht. An Bord von SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND könnten weitere Lehrangebote für Wassersportler stattfinden während sich ein neu zu gründender Arbeitskreis um mehr Leben am Hafen kümmert. Besichtigungen und Mitfahrten soll es geben, reale und digitale Hinweise informieren und das Ganze möglichst mit dem neuen Investor des Haven Höövt abgestimmt und von ihm unterstützt werden.

Im kommenden Jahr soll auch wieder die Barkasse VEGEBÜDEL des MTV Nautilus mit kostenlosen Rundfahrten im Einsatz sein, zwischen der Burger Brücke und dem Denkort Bunker Farge soll sie vor allem am Wochenende unterwegs sein. Völlig verloren gegangen scheint die Heringstradition in Vegesack. Das könnte sich zukünftig ändern, wenn das Konzept Wirklichkeit wird. Dann nämlich soll der Vegesack Logger Matjes wieder im Mittelpunkt stehen und „die Besucher verzaubern“.

Für die Signalstation wartet das Konzept mit Außenbildschirmen auf, vor denen Interessierte viel über die früheren Aufgaben der Station, über die heutige Radarkette, die Seeschifffahrtsstraße Weser, das Lotsenwesen über Werften, Schiffsbewegungen und die Werften erfahren. Neu wird auch eine Pegelstation sein, die der Stadtgartenverein bis Ende 2017 mit Datenanschluss zum Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen einrichten wird. „Entschleunigung und Neugierde werden gefördert“, hoffen die Autoren und wollen entlang der Spundwand am Geländer Infos mithilfe von QR-Codes vermitteln. Und gleich nebenan könnte ein Boule-Feld Lust auf dieses wunderbare Beispiel von Entschleunigung vermitteln.

„Der MTV Nautilus und seine Kooperationspartner sind nicht in der Lage den Finanzbedarf der Maritime Meile Vegesack für Anschaffungen und Unterhaltung langfristig aufzubringen. Sie verstehen sich als Initiatoren mit ihrem Wirken, stellen sich der Verantwortung und arbeiten ehrenamtlich für ihre Interessen und den Stadtteil Vegesack“, kommt die heikelste Frage: „Wer soll das bezahlen?“ auf der letzten Seite zur Sprache. Gesucht werden dazu etwa 40 Förderer, Privatleute, Firmen oder andere Einrichtungen, denen auch eine Spendenbescheinigung des MTV Nautilus in Aussicht gestellt wird.  Möglich wären natürlich auch Sachspenden und die Teilnahme an einem offenen Gedankenaustausch.

Vegesack-maritim.de bleibt dran und wir werden in loser Folge über weitere Projekte für die Maritime Meile Vegesack berichten.