Rolf Noll: Wünsche für den Hafen

Unser Gespräch beginnt grundsätzlich: „Warum eigentlich Museumshaven? Was ist an den weißen Motoryachten die dort liegen museal?“ Der „Museumshaven-Vorsitzende“ Rolf Noll klärt auf: „Da gibt es drei Schwimmstege. Aber nur auf die Belegung von zweien haben wir Einfluss. Den Rest macht die Wirtschaftsförderung, die den Hafen verwaltet und die Hafenmeisterin beschäftigt.“ Dabei gebe es durchaus weitere Interessenten für die Flotte der Traditionsschiffe im Hafen. „Derzeit nehmen wir aber keine weiteren Schiffe auf – es geht ja schon jetzt nicht ohne Päckchen.“


Lust auf eine kleine Liebeserklärung an den Vegesacker Museumshaven? Hier geht es lang:


Sein Verein, der Kutter- und Museumshaven e.V., sieht sich im Hafen als Zusammenschluss aller an der Traditionsschifffahrt Interessierten und gleichzeitig auch als Dienstleister. „In unserem Verein sind die Eigner der Schiffe organisiert, aber auch eine ganze Reihe von Vereinen und Einrichtungen – mit und ohne Schiffe, es gibt Einzelmitglieder und Förderer, ohne die wir – wie die allermeisten Vereine – etliche Projekte nicht stemmen könnten.“ Auf die Frage nach der Zufriedenheit des „Hafen-Vorsitzenden“ wird Rolf Noll nachdenklich: „Die Zusammenarbeit mit der Tourismusabteilung der Wirtschaftsförderung klappt sehr gut und bei unserem Ortsamtsleiter finden wir auch immer ein offenes Ohr, doch wir können eben nicht von jedem erwarten, dass er oder sie unsere ‚schiffigen Gedanken‘ nachvollziehen kann. Doch wer mit so viel Ehrenamtlichkeit im maritimen Vegesack unterwegs ist, dürfte manchmal auch ein wenig mehr Respekt und Unterstützung erwarten dürfen!“

Und an Beispielen mangelt es Noll nicht. Schön wäre beispielsweise, wenn sein Verein die Liegeplätze im Hafen autonom verwalten könnten. Doch manchmal sei es eben ratsamer, solche Themen nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren sondern vielmehr das unmittelbare Gespräch mit den Betroffenen, mit Entscheidern und Verantwortlichen zu suchen.

Museumshaven Vegesack

Und zum Kopfschütteln liefert er dann noch gleich die Story um den Wunsch, Fahnenmasten von Sponsoren am Vegesacker Hafen aufzustellen. Allein mit den Fragen: wer ist zuständig, was kostet die Genehmigung und in welchem Rahmen dürfen die Flaggen aufgehängt werden, lasse sich problemlos ein Stunde am Stammtisch ausfüllen …

Wenn die Vegesacker Traditionsschiffer unterwegs sind, treffen sie natürlich auch auf andere vergleichbare Häfen und sie sehen dort, was in Vegesack möglicherweise besser laufen könnte. In Bremerhaven bei der befreundeten Schiffergilde, in Carolinensiel bei der Watten-Sail oder im Sielhafen in Hooksiel, wohin auch in diesem Jahr wieder  gemeinsame Ausflüge führen werden, nachdem die Saison traditionell am 1. April beginnt. Überhaupt: Da steht schon jede Menge auf dem Terminkalender seines Vereins: „Am 19. März gibt es den angekündigten maritimen Flohmarkt im KUBA, gleich gegenüber vom Museumshaven, am 20. Mai, dem Abend vor der Pappbootregatta im Vegesacker Hafen, starten die Traditionsschiffe zu einer Mondscheinfahrt in der Nacht des offenen Denkmals. Und bis in den Herbst hinein stehen jede Menge Termine, bei denen die Vegesacker Traditionsschiffer nicht ohne Stolz auf ihre Schiffe und den Museumshaven verweisen können.

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