Sommer: Loch an Loch und saure Gurken

Keine Ahnung, was Ihnen zu dieser Überschrift einfällt – mir fällt der Sommer dazu ein und die vielen Löcher.

In den Häfen prangt das eine oder andere Loch, weil so manch ein Skipper mit seinem Schiff auf Reisen ist.

Dann ist da noch das alljährliche politische Sommer-Loch – auch Saure-Gurken-Zeit genannt.

Zwischen den kräftigen Regenbändern, die sich mit Regelmäßigkeit übers norddeutsche Land schieben, gibt’s ab und an mal ein Sonnen-Loch.

Jede Menge Löcher gibt’s – die schwarzen, die in den Socken und das im Eimer.

Doch bleiben wir mal beim Wetter – das ist ein unermüdliches Thema mit steigender Tendenz und zu allen Jahreszeiten, aber ganz besonders in den Ferienmonaten.

Was ist nur mit Petrus los? Warum schickt der uns in diesem Sommer so ein Wetter? Der müsste aus seiner Berufserfahrung wissen, dass all das, was mit ZU tun hat, nicht gut ankommt. Also zu heiß, zu kalt, zu nass, zu trocken und zu – weiß der Geier was alles!

Ob der alte Herr wohl in den Wechseljahren steckt oder hat er eine beginnende Demenz und bringt ganz einfach die Jahreszeiten und die dafür typischen Merkmale durcheinander? Kennen wir doch selbst zur Genüge! Denken Sie mal an den Schlüssel, der peinlicherweise noch im Zündschloss steckte als sie in allen Taschen nach ihm suchten. Und was war neulich, als Sie im Supermarkt zum Thema Einkaufsliste ein Blackout hatten?

Da geht’s den Menschen wie den Leuten. Falls es dem obersten Wetterfrosch möglicherweise auch so geht, macht es ihn einerseits total menschlich. Aber muss er nun gerade beim Sommerwetter schusselig werden? Mensch Petrus, wenn du mit dem Goldenen Herbst durch bist, kannst du doch bis zum Frühjahr machen, was du willst – aber im Sommer doch nicht!

Man sollte schon ein sehr sonniges Wesen haben, um diesem Sommer Gutes abzugewinnen, es sei denn, man heißt mit zweitem Vornamen Spontaneität. Denn wenn sich ein Sonnen-Loch am Himmel zeigt, heißt es ratzfatz handeln! Raus in den Garten, ins Grüne, an den Baggersee, ans Meer – einfach ab ins Freie. Schließlich hat niemand auch nur annähernd einen blassen Schimmer, wie lange das Sonnenloch anhält. Selbst die Meteorologen mit ihren Vorhersagen nicht. Ist zwar auch irgendwie nicht wirklich logisch, zumal doch unsere Welt voller Wettersatelliten, Messstationen und all solchem modernen Kram steckt. Da müsste doch eigentlich vorhersehbar sein, ob was Gutes oder Schlechtes von oben kommt.

Sommerzeit ist ohnehin immer was Sensibles – schon wegen Sommer-Uhr-Zeit und wegen Urlaub sowieso. Alle sind auf Erholung und Ferien programmiert. Die halbe Nation ist unterm Strich vier Monate out of order – zwar regional verschieden, doch das Land funktioniert mit gedämpftem Schaum. Und dann noch die Wettergeschmäcker – die sind bekanntermaßen auch sehr unterschiedlich, einer mag Hitze, der andere nicht. Aber Sonne und heiteres Wetter sind voll im Trend, braucht man beim Segeln, beim Wandern, am Wasser, in den Bergen und zum Eis essen kann’s auch nicht verkehrt sein.

Dieses unbeständige Sommerwetter reißt sicherlich auch Löcher in die eine oder andere Unternehmerkasse. Vermutlich sind Ausflugsschiffe davon betroffen, Biergärten, Restaurants mit Freiluftterrasse, Konzertveranstalter, die durch das gute open-air-Geschäft im Sommer maue Zeiten im Winter überbrücken.

Sommer- und Strandmode befindet sich seit Wochen schon im unteren Preissegment und lukrative Schnäppchen fliegen im freien Fall nach unten. Ist doch klasse, wenn man an den kommenden Weihnachtsurlaub in der Karibik denkt.

Und dann ist da noch unsere Stamm-Eisdiele, die auf das unbeständige Wetter reagiert hat: Da ist der Montag jetzt plötzlich ein Ruhetag – egal ob es aus Kübeln schüttet oder Klärchen vom blauen Himmel strahlt – zu ist zu – da hilft auch kein Rütteln an der verschlossenen Tür!

Ob wohl dieses Eis-Café-Sommer-Loch ein deutliches Zeichen für einen wirklichen Klimawandel ist?