Statt Garten – Stadtgarten

Wer keinen eigenen Garten hat, der sucht sich eben einen! Einen Platz an der Sonne, im Freien, am Busen der Natur. Absolut geeignet ist dazu der Vegesacker Stadtgarten, in dem das Leben tobt, wo Vögel zwitschern, alles sprießt und blüht und Klärchen himmlische Position bezogen hat. Die Luft ist wie Samt und Seide, der Winter vergessen und die triste, farblose Zeit gehört der Vergangenheit an.

Das Zentrum des Vegesacker Stadtgartens – mit der Villa Fritze, dem Sitz der Vegesacker Bürgermeister in früheren Zeiten. Der Stein im Vordergrund erinner an Albrecht Roth, dem Botaniker, dem die internationale Vielfalt des Gartens zu danken ist.

Im Stadtgarten ist’s voll. Leute aus Vegesack und umzu sind auf den Beinen. Sonnenbrille auf der Nase, Hund an der Leine, Jacke überm Arm, einen lieben Menschen an der Hand wird nach einem Platz auf einer Bank in der Sonne Ausschau gehalten. Stolze Väter schieben den Nachwuchs im Kinderwagen, die Generation 60plus buddelt mit den Enkeln, hält die Kleinen beim Klettern und Rutschen fest oder tobt mit ihnen, was die Puste so hergibt.

Jung und Alt diverser Nationalität sind auf den Beinen oder haben sich auf den Grünflächen niedergelassen. Auf Wolldecken genießt man mit Kind und Kegel das Leben im Freien unterm weißblühenden Baum zwischen Krokussen und Osterglocken und mit Proviant aus Taschen, Tüten, Tupperdosen. Lautstarke Unterhaltungen, Kinderlachen, Hundegebell – aufgeregtes und fröhliches Treiben überall.

Auf der glitzernden Weser ziehen ein paar Schlepper gemütlich ihre Bahnen, die Fähre tuckert unaufgeregt zwischen Vegesack und Lemwerder in einer Endlosschleife hin und her. Ab und an klatschen ein paar vorwitzige Wellen an die Kaimauer, ein paar Spritzer sogar bis aufs Geländer.

Angler werfen schweigend ihre Angelruten aus und hoffen auf einen guten Fang, und dass sie abends was in der Pfanne und auf dem Teller haben. Vielleicht sogar Stinte – noch gibt’s sie. Fußgänger machen große Bogen um die aufgestellten Angeln und andere Utensilien wie Kescher, Eimer, Hocker und was sonst noch so dazugehört.

Frühlingserwachen im Vegesacker Stadtgarten – ein Genuss für Mensch und Tier – für Arzu, Ali, Mustafa, Mohammed, für Paul, Pauline, für Bello, Möpschen und Pfiffi.