Typisch Vegesack: Die maritime Meile

Die Signalstation an der Maritimen Meile in Feierlaune …


Tja. Die „Maritime Meile“: Ihr Kern ist der Stadtgarten Vegesack und ob das nun wirklich die 1.852 Meter der nautischen Meile sind …?

Trotzdem. Die maritime Meile ist mehr als sehenswert – egal in welche Richtung man schaut und egal, wo man beginnt. Der Vegesacker beginnt meistens am Utkiek – Hochdeutsch: „Ausguck“. Da ist vielleicht eines der Zentren der maritimen Meile: Gleich nebenan legen die Weserfähren an und ab und mit sieben „Kneipen“ – nein! gastronomischen Betrieben – gibt es dort drinnen wie draußen auch immer was zum Essen und Trinken. Und dann gibt es da noch den Walkiefer. 7,20 Meter hoch und ziemlich neu, denn das Original aus den 1960er Jahren hat in den 80er Jahren nach einem verunglückten Konservierungsversuch das Zeitliche gesegnet. Doch kurz zuvor sammelten die Vegesacker noch für eine Bronzekopie. Und die steht da nun und fotografiert sich gut.

Wenn der Vegesacker seinen typischen Rundgang unternimmt – einmal durch die Fußgängerzone und an der Weser zurück – dann rollt er die Maritime Meile von der Gläsernen Werft auf. Den Namensgeber der Werft gibt es auch nicht mehr (Insolvenz) aber immerhin daneben noch eine Knei – nein, ein Restaurant. Und gleich daneben die REGINA, einen denkmaligen und interessanten (vor allem von unten) zu betrachtenden Schlepper mit einem Voith-Schneider-Antrieb. Den hatte der Bremer Vulkan (Insolvenz) mal gebaut und zum Werftbetrieb eingesetzt. Aufgestellt hat ihn hier der MTV Nautilus e.V.

Wenige Schritte weiter auf der Promenade in Richtung Hafen beginnt der Stadtgarten. „Hier pulsiert die Maritime Meile“ – freut sich der Vorsitzende des Fördervereins Stadtgarten Vegesack e.V., der Vegesacker Ortsamtsleiter – oder „Bürgermeister“, wie wir ihn nennen, Heiko Dornstedt. Der Stadtgarten ist auch ohne maritim und Weser ein Juwel. Bereits 1790 hatte der Vegesacker Botaniker und Arzt Albrecht Wilhelm Roth (1757-1834) einen „Hortulus Botanicus A.W. Rothii“ mit über 600 Arten, vorwiegend Stauden und Gehölze aus aller Welt angelegt, heißt es auf der Website.

Die Pflanzen von damals gibt es bestimmt nicht mehr. Doch Bäume und Sträucher aus aller Herren Länder schmücken noch immer den Park, der den jüngeren Vegesackern über Generationen hinweg zum jugendlichen Knutschen verhalf.

Die nächste Station auf der maritimen Meile ist der Weser-Anleger, der Vegesack zwar nicht mit der Welt, aber immerhin mit Bremen, der Künstlerkolonie Worpswede, Bremerhaven, Elsfleth, Oldenburg verbindet und manchmal – zu besonderen Anlässen – mit allerlei Rundfahrt-Angeboten lockt. Das Gebäude gleich nebenan hat auch der Verein MTV Nautilus „gerettet“, denn eigentlich sollte es abgerissen werden, als es nicht mehr benötigt wurde (keine Insolvenz). Eine Signalstation war es mal und der Verein betreibt es heute ehrenamtlich in ähnlicher Funktion und informiert die Vegesacker und ihre Gäste über dit un dat und darüber, dass die Vegesacker Weser-Kurve die engste im Zuge einer Seeschiffahrtsstraße ist …

Kurz danach sind wir wieder am Utiek mit seinen sieben – nein. Die Brücke über den Hafen ist eine waghalsig anmutende geschwungene „Seilzugklappbrücke“ – designmäßig etwas ganz Besonderes (!). Und Sie überspannt den ältestens Hafen – immerhin. Wer nicht die Brücke nutzt, sondern außen rum geht, dessen Weg verlängert sich um wenige hundert Meter – aber immerhin. Die Brücke sieht eben auch toll aus.

Bis zum Ende der Maritimen Meile am Liegeplatz der SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND ist es jetzt nur noch ein Katzensprung. Vorbei an einer Knei … nein!  – an einem Restaurant direkt neben dem letzten deutschen Vollschiff. Und den Abschluss bildet ein zweiter Anleger – hier nicht mehr an der Weser, sondern an der Lesum.

Es folgt dann kein gastronomischer Betrieb mehr … können Sie sich erklären, warum die Bremer in der Stadt – jenseits der Lesum – Vegesack manchmal „Feiersack“ nennen?