Ungebetene Einträge verschmutzen und belasten den Museumshaven Vegesack

Es sieht nicht wirklich schön aus, was da aus der Schönebecker Aue in den Vegesacker Museumshaven fließt. Und was neben allerlei Rückständen aus der Intensiv-Landwirtschaft außerdem noch den Hafen belastet, ist Sand, der tatsächlich schon immer ein Problem der Aue-Einleitung darstellt. Den Schiffen im Hafen fehlt immer mehr Wasser unterm Kiel und die deshalb regelmäßig notwendigen Baggerkosten zehren am Etat der Wirtschaftsförderung, die den Hafen verwaltet. Dabei ist das Problem nicht neu, wie vegesack-maritim.de in den Archiven aus dem 17. Jahrhundert herausgefunden hat. Schon die holländischen Hafenbauer, die sich vor genau 400 Jahren, im Juli 1618 an den Hafenbau wagten, verlegten gleichzeitig mit der Fertigstellung des Hafens die Aue direkt in die Lesum, um die Sandablagerungen im Hafenbecken zu vermeiden.

Rolf Noll, Vorsitzender des Kutter- und Museumshaven Vegesack e.V. hat deshalb vor Längerem den Vorschlag gemacht, die Aue erneut direkt am alten Speicher vorbei, in die Lesum zu leiten. Was einmal gut und logisch war, könne schließlich heute nicht so ganz falsch sein. Und seine ersten Gespräche, die er dazu mit Beamten und Politikern führte, erwiesen sich als durchaus positiv. Der bevorstehende Umbau des Vegesacker Bahnhofsvorplatzes ist ebenso wie der Teilabriss und -Neubau des Haven-Höövt, so Noll, ganz sicher eine sehr gute und wahrscheinlich die letzte Gelegenheit für diese Umleitung.

Nach Informationen des Umweltbundesamtes führt der überschüssige Nährstoffeintrag aus der Landwirtschaft zu weitreichenden Folgen in Gewässern wie der Schönebecker Aue. Der Verursacher ist durchaus erkannt und Identifiziert: Zu mehr als 70 Prozent, so die Behörde, führt die Überdüngung der intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen zu diesen Einträgen, die vergleichbar auch in der Trinkwassergewinnung nachgewiesen werden können.