Von der Weser in die Welt – Vierhundert Jahre Vegesacker Hafengeschichte

Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 19. Juli 2018 im Nautilushaus am Museumshaven in Vegesack

Haven oder Hafen, daran scheiden sich, wo es um den Vegesacker Hafen geht, die Geister. Dabei ist doch nur die eine Schreibweise, Haven, niederdeutsch, die andere hingegen, Hafen, ruft das Hochdeutsche, die mittlerweile auch im Norden gängige Verkehrssprache auf. So erregt es auch kaum Anstoß, dass an der Alten Hafenstraße das historische Havenhaus liegt. Als Lokal hat diese Einrichtung ohnehin ihren Namen abstreifen müssen und ist zur >Strandbude< mutiert. Bosse Hasselmann, der erste dort ansässig gewesene Hafenmeister und Mitbegründer der mit dem Hafen verbundenen maritimen Traditionen, hätte dafür wahrscheinlich nicht sonderlich höflich gedankt. Bevor das Havenhaus 1646 errichtet wurde, musste er allerdings mit einem einer Bude nicht unähnlichem, betagten Wohnhaus vorliebnehmen.

Der eigentliche Anlass für derlei Verwirrungen freilich liegt in diesen Tagen exakt vierhundert Jahre zurück. Am 14 Juli 1618 begann der Bau des künstlichen Hafens an der Unterweser, im Dörfchen Fegesacke an den Mündungen von Lesum und Aue, wobei, wie im Fall von Haven oder Hafen, bis heute strittig blieb, ob er das erste für die Schifffahrt errichtete Kunstbauwerk in Deutschland war oder weit mehr. In jedem Fall benötigte das die Arbeiten finanzierende Bremer >Haus Seefahrt< die Dienste und Fachkenntnisse niederländischer Wasserbauer, die sich, angeführt von dem Festungsbaumeister Johan van Valckenburgh, auch mit der Anlage und Sicherung der Neustadt befassten. Im Jahr des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges wähnten sich die Bremer Kaufleute noch mitten im Frieden.

Mit ihrem Spielbein in die schon angebrochene Neuzeit voranschreitend, mit ihrem Standbein der noch existierenden Hanse verbunden, erkundeten Handelsherren und Bauleute das Terrain. Irgendwann in den Jahren vor 1818 gelangten sie zu dem Schluss, dass besonders der Mündungstrichter der Schönebecker Aue die besten Voraussetzungen für den Hafenbau böte. Das Alte Tief (Dat Ole Deep genannt) hatte schon als geschützter Liegeplatz für Schiffe eine gewisse Bedeutung erlangt. Außerdem war fester Untergrund vorhanden; letztlich musste man daher nur die Mündung der Aue erweitern. Das Flüsschen allerdings wurde um das Hafenbecken gelenkt, weil es zu viele Sinkstoffe einbrachte. 1622 waren die Bauarbeiten so gut wie beendet, der Warenumschlag konnte beginnen. Sehr bald lockte der Hafenbetrieb auch die Schiffbauer an. Flussaufwärts, bis nach Bremen, bot die noch nicht eingedeichte, versandende Weser keine Möglichkeiten mehr für Gewinn bringendes Wirtschaften. Bald allerdings erreichten die Kriegswirren auch Vegesack, Schweden und Dänen zogen heran, oldenburgische und Stedinger Begehrlichkeiten galt es über Jahrhunderte abzuwehren,

Um vierhundert Jahre Vegesacker Hafen, wie er entstand, blühte, verfiel und zu dem wurde, was er heute verkörpert, geht es bei der Klönrunde des MTV Nautilus am Donnerstag, dem 19. Juli 2018. Beginn um 19 h im Nautilushaus, Zum alten Speicher 7 in 28759 Bremen. Präsentation und Moderation: Gerald Sammet.