Was machen denn…. schwimmende Oldtimer und ihre Skipper im Winter?

Oldtimer auf dem Wasser – da denkt jeder an die Gorch Fock, die Sea Cloud, die Alexander von Humboldt und die vielen anderen, die stolz und majestätisch unsere Ozeane durchqueren. Doch es geht auch ein paar Nummern kleiner, man muss sich nur mal in den kleinen Häfen umsehen – Oldies sind so ziemlich überall, wo Wasser ist, anzutreffen.

Und wenn die Tage kürzer und ungemütlicher werden, sich die Temperaturen Richtung Gefrierpunkt bewegen, es mit dem Segeln nah am Wind, Tuckern unter Motor oder Rudern per Muskelkraft so ziemlich vorbei ist. Was macht man also mit seinem Schiffchen im fieseligen Herbst und den kalten Folgemonaten? Man macht genau das, was jeder mit seinem schwimmenden Freund macht: man macht ihn winterfest, bastelt an ihm rum, krückt, peppt und hübscht ihn auf, macht ihn fit für die neue Saison.

Die schönen Wasser-Oldtimer sind eigentlich genauso zu behandeln, wie die Schönen an Land. Und je älter sie sind, umso mehr Zeit und Pflege brauchen sie, um tipp top auszusehen. Wenn nötig, lässt man beim Segelmacher neue „Gewänder“ fertigen – maßgeschneidert natürlich. Ist prinzipiell wie mit der Herzdame an Land.

Die in die Jahre gekommenen und vom Wasser umspielten Schönheiten brauchen besonders viel Zuwendung. Drum wird geschmirgelt, gestrichen, kalfatert, Handläufe erneuert, Holzschäden repariert, die festen und beweglichen Güter an Deck überholt und all das auf Hochglanz und in Ordnung gebracht, was Kratzer und sonstige Schäden abbekommen hat. Sozusagen Schönheits- und Verjüngungskur mit allem Drum und Dran, aus Töpfen und Dosen, mit und ohne Silikon – was eben der Baumarkt so hergibt. Das kostet Zeit und Geld und ganz viel Liebe zum Detail. Vorteilhaft ist es, wenn der Eigner nicht unter dem Zwei-Linke-Hände-Syndrom leidet und ihm zu seinen eigenen noch andere helfende Hände zur Verfügung stehen.

Während wir Menschen von Hacke bis Nacke oftmals im Wasser unseren Jungbrunnen suchen und finden, ist es bei den Schiffen von Zeit zu Zeit angebracht, es mal umgekehrt zu gestalten. Wer seinem schwimmenden Kumpel Gutes tun will, hievt ihn im Winter aus dem feuchten Nass, um ihm untenrum, also am Rumpf, von Algen, Muscheln und anderem Unnötigen zu befreien.

In unseren Gefilden sind Freizeitkapitäne auch in der Jahreszeit, in der Wassersport nicht so prickelnd ist, gut beschäftigt. Es sei denn, sie geben ihre „Sommergeliebte“ zum Aufmöbeln in fürsorglich-geschickte Hände und fliegen mit ihrer „geliebten Landratte“ in den warmen und sonnigen Süden.