Wat den Eenen sin Uhl‘, ist den Annern sin Nachtigall…

…heißt es im Plattdeutschen. Und genau so ist das auch! Einer mag Hunde, der andere Katzen und ein Dritter liebt beide. Für manche ist Gebirgswandern das Größte, für andere das Planschen im Meer.

Jeder von uns hat Vorlieben und kaum irgendwo sind sie unterschiedlicher als beim Essen und Trinken! Wer den Edel-Italiener an der Ecke bevorzugt, den wird man wohl kaum in einer McDoof-Filiale beim Verzehr einer Bulette zwischen zwei pappigen Brötchenhälften erwischen. Dieses Fast-und-Fingerfood inklusive Endloskleckern ist nicht jedermanns Sache.

Ohne Messer und Gabel essen ist urig, sagen die einen und die anderen finden es geradezu barbarisch.

Warum eigentlich? Denn schon Jesus sprach zu seinen Jüngern: „Wer keine Gabel hat, der isst mit den Fingern!“ Auch im Mittelalter war es üblich, so zu essen und sich hinterher laut schmatzend die Finger abzulecken und ein lautstarkes Bäuerchen durfte auch nicht fehlen. Damals war alles erlaubt – man denke nur an Martin Luther (hochaktuell!) und seine Frage: „Warum rülpset und furzet Ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“ Tischmanieren waren schon immer ein Thema und Fingerfood also auch!

Zum Glück aber auch, denn wie soll man Stinte sonst essen? Die gehen nur mit den Fingern – mit Messer und Gabel absolut undenkbar! „Stinte isst man mit Gräten und Schwanz, knusprig gebraten und frisch aus der Pfanne und im Mund müssen sie so richtig crunchen“ sagen ihre Liebhaber und verdrehen dabei genüsslich die Augen.

Stinte sind Edelfische, wie Lachs, Seezunge und Seeforelle und lediglich im Januar und Februar erweisen uns die lütten Dinger die Ehre, sie genießen zu dürfen. Für Viele ist der Stint eine absolute Köstlichkeit, ein Kultfisch und ein Muss während der eingeschränkten Fangzeiten. Restaurants an Weser, Elbe und Co. sind weit im Voraus auf Wochen ausgebucht. Echte Fans der zwanzig-Zentimeter-Spezialität kommen von weither in die bekannten Stint-Fanggebiete, um täglich mindestens eine Portion mit den Fingern zu essen und sich dieselben danach zu lecken. Stint-Liebhaber sind zutiefst traurig, wenn die ohnehin viel zu kurze Saison zu Ende ist, freuen sich aber schon ungemein auf die nächste im kommenden Jahr.

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