Wunderbare Kooperation: THERESIA – das Boot für die Seemannschaft der Kids

Voller Temperament leerte Sina Korte die Sektflasche über dem glänzenden Aluminiumrumpf der THERESIA. Zerschlagen wurde sie – wie bei kleineren Booten üblich – natürlich nicht. Denn die THERESIA ist ein knapp fünf Meter langer Alumax mit einem 50 PS-Außenborder und gehört dem St. Theresienhaus. Robust und vielseitig sollte das zweite Boot des Theresienhauses sein, wie Thomas Rutka erläuterte. Er vertritt diese wunderbare Kooperation seitens des katholischen Trägers, der Kindern und Jugendlichen veränderte Perspektiven vermitteln soll. „Nachsozialisierung“ nennen die Fachleute die Bemühungen, dort, wo in der Familie die Sozialisierung nicht klappte, korrigierend einzugreifen. Da erwies sich auch schon in der Vergangenheit die Zusammenarbeit des St. Theresienhauses mit dem Weser-Yacht-Club und dem MTV Nautilus als Erfolg bringend. Der Weser-Yacht-Club und der MTV Nautilus bieten die inhaltliche Nähe mit ihren Jugendgruppen, sie bieten Integration und – vor allem – die Einführung in die praktische Seemannschaft. Weil das Verhalten im Boot und auf dem Wasser eben seine ganz eigenen Regeln und Notwendigkeiten erfordert.

„Schon einige unserer Kids haben auf diesem Weg den Zugang zu unseren Vereinen gefunden“, freut sich Thomas Rutka, der im Hauptberuf Mitarbeiter des St. Theresienhauses ist und „nebenbei“ Vorsitzender des MTV Nautilus. In seinem Verein hat er auch über Jahrzehnte die Jugendgruppe geleitet und dabei exakt diese positiven Erfahrungen machen können.

Vielfältige Einsätze stehen zukünftig für die THERESIA im Programm. Als Ausbildungsboot werden die Jugendlichen lernen, sich verantwortlich und regelgerecht auf dem Wasser zu verhalten. Einige von ihnen werden auch an Ausbildungsmaßnahmen bis zum Sportbootführerschein teilnehmen. Für die Segelausbildung ist das Alu-Boot die perfekte schwimmende Trainer-Begleit-Plattform. Bei Regatten wird THERESIA zur Sicherheit als Begleitschiff eingesetzt und insgesamt sollen sich die Kinder und Jugendlichen rund um das Boot, für das es auch einen passenden Trailer gibt, engagieren. „Die Integration an Bord hat sich bewährt“, belegte Thomas Rutka seine Erfahrungen im MTV Nautilus, der auch einen größeren Segelkutter, die VEGEFEUER, für seine Jugendgruppe im Einsatz hat.

Die jetzt getaufte Alumax 470 ist ein robustes Aluminiumboot aus dem niederländischen Meppel und kann sowohl als Freizeit- als auch als Arbeitsboot dienen. In der Kooperation zwischen dem St. Theresienhaus, dem Weser-Yacht-Club und dem MTV Nautilus wird die THERESIA sehr vielfältig zum Einsatz kommen. „Die Jugendlichen sollen sich engagieren und Verantwortung übernehmen“, sagte Christoph Pietsch, der Leiter des St. Theresienhauses. „Das gehört zum pädagogischen Konzept“ erläuterte er in seiner Rede an die anwesenden Taufgäste. Als erstes begrüßte er die Taufpatin Sina Korte, eine Mitarbeiterin des St. Therienhauses aus der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen in Aumund. Aus den beteiligten Vereinen waren etliche Mitglieder anwesend, ebenfalls die Lemwerderaner Bürgermeisterin Regina Neuke, Vegesacks Ortsamtleiter Heiko Dornstedt sowie Vertreter aus anderen Vereinen. Einen besonderen Dank richtige Thomas Rutka an eine Beamtin der Bremer Wasserschutzpolizei. Die Wasserschutzpolizisten erwiesen sich in der Vergangenheit als konstruktive Begleiter der Jugendlichen aus allen Vereinen. Sowohl in ihrer Informationsarbeit als auch in der praktischen Zusammenarbeit auf dem Wasser erwiesen sie sich als konstruktive Partner, besonders dann, wenn die Jugendlichen nicht immer und überall die gewünschte Perfektion beim Verhalten auf dem Wasser vorwiesen.

Das St. Therienhaus verfügt im Bremer Norden sowie im Landkreis Osterholz über etwa 150 Mitarbeiter und betreut mehr als die doppelte Zahl von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Wohnformen. „Um am Puls der Zeit zu sein und individuell zugeschnittene Maßnahmen zu haben, verfügen unsere MitarbeiterInnen über einen hohen Gestaltungsspielraum“, heißt es im Leitbild der katholischen Einrichtung, die vor langer Zeit als katholischer Fürsorgeverein in Bremen gegründet wurde. In Vegesack betrieb der Verein jahrzehntelang das Theresienhaus an der Weserstraße. Zunächst als Säuglings- und Waisenhaus, später als Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe.