An Vegesack vorbei in eine schwierige Zukunft

Mit SCHULSCHIFF DEUTSCHLAND im Hintergrund bietet das bisherige Kreuzfahrtschiff ALBATROS einen seltenen wenn nicht einmaligen Anblick. Die ALBATROS 1973 als Royal Viking Sea in Dienst gestellt, seit 2004 als Albatros vorwiegend für den Bremer Reiseveranstalter Phönix-Reisen im Einsatz, lag bis jetzt entliche Wochen im Neustädter Hafen auf.  Bekannt ist das Schiff vor allem durch rund 80 Fernsehfolgen der Serie „Verrückt nach Meer“, die der Bayerische Rundfunk für die ARD an Bord drehte. Derzeit liegt die Albatros an der Columbuskaje in Bremerhaven und wird für eine Verkaufsreise ausgerüstet. Der Cypriotische Eigentümer des Schiffes, das auch schon mal als Flüchtlingsunterkunft angeboten worden war, hat die Alabtros ans Rote Meer verkauft, wo sie dem Vernehmen nach als Hotelschiff aufliegen wird.


Eine bewegte Vita. Wikipedia hat sie aufgeschrieben:

Im Einsatz für Phoenix Reisen

„Anfang 2004 wurde das Schiff an das niederländische Unternehmen Cruise Club verkauft, das es an den heutigen Betreiber Phoenix Reisen weitervercharterte. Phoenix hatte sich kurz zuvor von seiner ersten Albatros – dem ehemaligen Transatlantikliner Sylvania (Bj. 1957) der Cunard Line – getrennt und suchte nach einem möglichst ähnlichen Ersatz. Nach der ersten Saison wurde die neue Albatros von 28. September bis 20. Dezember 2005 bei Blohm + Voss in Hamburg umfangreich umgebaut, wobei unter anderem die Maschinenanlage ausgetauscht und fast alle öffentlichen Bereiche neugestaltet wurden.

Seit der Insolvenz von Cruise Club im November 2008 gehört die Albatros der MS Albatros Shipping Ltd.; der Charter an Phoenix Reisen war vom Eigentümerwechsel nicht betroffen. Einer der Kapitäne des Schiffes ist seit 2006 der Norweger Morten Hansen. Als dieser im Jahr 2013 das Kommando über die ebenfalls von Phoenix Reisen gecharterte Artania übernahm, wechselte die seit 2009 an Bord gedrehte Serie Verrückt nach Meer mit ihm auf das größere Schiff. Seit Staffel 7 (gedreht 2016) erscheint die Albatros dann wieder als zweites Schiff in der Serie.

Auf ihrer Weltreise westwärts rettete die Albatros am 4. Februar 2017 im Südpazifik etwa 400 km vor der Küste Tongas sechs Fischer von ihrem sinkenden Boot Losemani Foʻou und brachte diese nach Auckland, Neuseeland.

Bedingt durch die Covid-19-Pandemie lag die Albatros ab April 2020 als Auflieger im Neustädter Hafen in Bremen.

Im September 2020 bot Phoenix Reisen die Albatros zur Unterbringung obdachloser Flüchtlinge von Lesbos an. Der Reiseveranstalter erklärte sich bereit, zumindest für die Kosten der Charter sowie die Abnutzung aufzukommen.Der Vorschlag wurde jedoch nicht verwirklicht.

Am 8. Oktober 2020 teilten die Geschäftsführung von Phönix Reisen und die Reederei BSM Cruise Services mit, dass vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie die Albatros zum 20. Oktober 2020 an Kamel Abou-Aly verkauft wurde, der das Schiff innerhalb der ägyptischen Pick Albatros Gruppe als Hotelschiff im Roten Meer einsetzen will. Pick Albatros betreibt in Ägypten zahlreiche Hotels und Resorts.“