Auf ein Neues: 2019 wird das Jahr der Weichenstellungen

Das maritime Vegesack steht vor wichtigen Veränderungen

Am 17. Januar wird sich der Vegesacker Beirat ein weiteres Mal mit der Zukunft des Quartiers am Alten Speicher beschäftigen. Die Änderung des Bebauungsplanes steht auf der Tagesordnung, ebenso der Fortgang der Planungen sowie eine Stellungnahme des Beirates dazu. 2019 wird nicht nur abgerissen (für 7 Mio. Euro), sondern auch neu gebaut und sogar schon eröffnet. Denn der Einkaufsteil „Kontor“ im rückwärtigen Projektbereich wird mit dem Ankermieter Kaufland bereits im Sommer seine Kunden bedienen. Die übrigen Stichworte zu dem Projekt sind beeindruckend: Mehr als 220 Wohnungen (inkl. 40 Sozialwohnungen), das zentrale nordbremer Polizeirevier über fünf Etagen, ein Drei-Sterne-Hotel, Arztpraxen, Läden, Gastronomie und anderes Gewerbe, ein „kleines“ Hochhaus mit sieben oder (gewünscht) acht Stockwerken, kostenlose Parkplätze und eine Kita. Das alles soll ab demnächst gebaut werden. Mit der Fertigstellung ist wohl 2023 zu rechnen. Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Website bremerstadtquartier.de.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Website bremerstadtquartier.de, der wir auch diese Illustration entnommen haben. Vielen Dank.

Bestandteil des „Stadtquartier am Alten Speicher“ sind die Vorgaben des neuen Hochwasserschutzes, dessen exakte Umsetzung in wenigen Wochen vorgestellt wird.  Rund 65 Zentimeter über 1200 Meter Länge soll alles höher werden! Doch was rund um das neue Bauprojekt am Speicher vergleichsweise „übersichtlich“ im eigentliche Sinne des Wortes erscheint, wird hinter dem KITO, am Übergang vom (neugestalteten) Busbahnhof zum Hafen, entlang der Alten Hafenstraße, hinter dem Thielespeicher und am Fähr-Kiosk einen nicht nur optischen Einschnitt bieten. Ob Panzerglas hier und dort auch mal Stahl und Beton ersetzen kann, werden letztlich vor allem die vorhandenen Steuergelder entscheiden. Wir werden sehen.

An anderen Ende der maritimen Meile wird ebenfalls ein Neubau die Vegesacker Skyline ganz erheblich verändern. Zwei Wohntürme, mit 21 Metern zu hoch – wie viele Nachbarn sich ärgern – werden auf dem Grundstück des früheren Hauptbüros des Bremer Vulkan entstehen.

Diese Illustration zeigt den Blick aus Richtung Werftgelände auf den projektierten Neubau. Grafik: Caruso St John Architects. Vielen Dank dafür.

50 bis 60 Wohnungen werden dort gebaut. Auf sechs oder sieben Geschossen, inklusive eines 25prozentigen Anteils an sozialem Wohnungsbau. Der Abriss des historischen Kontorgebäudes steht noch für dieses Jahr im Kalender – jedenfalls dann, wenn es nach den Investorenwünschen geht. Die wollen mit den 18 Monaten Bauzeit (inklusive Abriss) möglichst schnell beginnen – hoffentlich noch in diesem Jahr. Bis dahin muss dann auch über den Einspruch des „Nachbarn“ Lürssenwerft entschieden sein, die sich vor späteren Einsprüchen der neuen Bewohner an der Weserstraße gegen den Werftbetrieb in ihrer Nachbarschaft schützen wollen.

Die Zukunft des Museumshaven

Ein „insgesamt lebendiger Hafenbereich“ sollte nach dem Willen der Stadtsanierung Vegesack entstehen. Oldtimer, durchaus nicht nur die historisch wertvollen Traditionsschiffe, Kutter und andere Schiffe sollten den Hafen ausmachen. Eine „lebendige Szene“ sollte das Kleinod Museumshaven bestimmen – ein Aushängeschild sein.

Wenn die „Großen“ BV2 VEGESACK, FRANZIUS und VERÄNDERING zu ihren Sommerreisen gestartet sind, wird es vergleichsweise ruhig und leer im Museumshaven. ATLANTIC, bisher ein optisches Highlight im Hafen, ist dem Vernehmen nach verkauft und wirdgesack bald verlassen. GEO GLEISTEIN, die historische Barkasse und Horst Benkensteins Kutter KORMORAN sind weg. Was danach kam, kann für ein attraktives „Sommerbild“ im Hafen nicht ausreichen. Nicht nur der Kutter- und Museumshaven Vegesack e.V. und die übrigen dort vertretenen Vereine sind aufgerufen, sich Gedanken zu machen, Pläne zu schmieden, Kontakte zu nutzen. Das Löschboot sowie der Versuchskreuzer BREMEN sind tolle Schiffe für den Museumshaven. „Bitte mehr davon“, möchte man ausrufen. Der Kajenkran von A&R ist ein dafür geeignetes Objekt, ganz besonders dann, wenn es noch aktiv zu nutzen ist. Zur servicebereiten Administration des Hafens gehört jedoch auch eine Wassertiefe, die für diese und ähnliche Schiffe Befahrbarkeit garantiert. Hier hat sich vor allem die Politik zu positionieren und nicht ständig die eigene Zuständigkeit in Frage zu stellen. Und dies auch noch in diesem Wahl-Jahr 2019, damit das überregional interessante Kleinod Maritime Meile Vegesack seine wunderbare Wirkung entstehen lassen kann und nicht nur zum preiswerten Liegeplatz für Schiffe mit sehr geringem Tiefgang degradiert wird. Die vielen Millionen öffentliche Mittel, die hier investiert wurden, dürfen doch nicht an den letzten wenigen Arbeitsschritten scheitern, oder? Diskussionen sind erwünscht, vegesack-maritim.de ist dafür das richtige Forum.