Nach dem Brand folgen bei Lürssen das Aufräumen und viele bange Fragen

Nur noch Schlieren vom Ruß an den Dachauslässen weisen auf den Großbrand im überdachten Lürssen-Baudock hin. Mit Sicherheit ist dort ein Sachschaden von mehreren hundert Millionen Eureo entstanden. Die wichtigste Frage jetzt? Wie lange fällt dieser Bauplatz für die Werft aus und haben das Dock und seine Technik nach dem Brand mit Temperaturen bis zu 800 bis 1.000 Grad „überlebt“? Der Yachtfotograf „DrDuu“ berichtet unter https://www.drduu.de/portfolio/project-sassi über den Rohbau, die Anlieferung des Kasko und den Brand.


Ist das Schwimmdock in Aumund zu halten? Wie lange werden die Aufräumarbeiten dauern?

Lürssen-Mitarbeiter sind erst einmal sehr erleichtert. Seit die Feuerwehr ihre Arbeit beendet hat, ist klar, dass es „nur“ Sachschäden und kaum Personenschäden beim Brand im Lürssen-Schwimmdock gegeben hat. Vier leicht verletzte Feuerwehrleute sind angesichts der hochkomplizierten Brandbekämpfung mit Unterstützungen aus Hamburg und Niedersachsen geradezu ein Wunder.

Die Sachschäden aber werden es in sich haben. „Mehrere hundert Millionen Euro“ spekulieren einige Medien bereits. Die große Frage aber wird sein: „Wird neben der dreiviertelfertigen rund 140 Meter langen Yacht mit dem Projektnamen „Sassi“ auch das 200-Meter lange Schwimmdock zu einem Totalschaden?

„Temperaturen von 800 bis 1.000 Grad“ meldete die Einsatzleitung der Bremer Feuerwehr, nachdem in der Nacht zum 14. September der Brand auf einem der Yachtdecks ausgebrochen war.  Zeitweise stand das überdachte Dock auf einer Länge von 130 Metern in Flammen und Schiffbauspezialisten sorgten sich um die Festigkeit des Dockbodens. „Da drohte möglicherweise ein Durchbruch“, ist von einem Lürssen-Mitarbeiter zu hören. Ansonsten aber funktionierte die Lürssen-gewohnte Geheimhaltung. Spätestens wenn die Tore an den Stirnseiten des Docks geöffnet werden, ist es aber damit vorbei. Dann wird man sehen können, wie es aussieht, wenn einige hundert Millionen Euro Stahl, Holz, Elektronik – alles in feinster Ausführung – nach einer solchen Brandkatastrophe aussehen.

Was bleibt? Einige für die Küste wichtigsten Erkenntnisse: Die Zusammenarbeit zwischen den Wehren in Bremen und Niedersachsen funktionierte bestens. Auch die Hamburger Hafenfeuerwehr – auf komplizierte Schiffsbrände vorbereitet – half in Vegesack. Ebenso die Werksfeuerwehr der Meyerwerft in Papenburg. Mit einem Spezialgerät der Feuerwehr Brunsbüttel – sie ist für drohende Schiffsbrände auf dem Nordostsee-Kanal ausgerüstet und ausgebildet – konnte die Außenhaut der Yacht aufgeschnitten werden, wie der NDR berichtete. Während der Ausrüstungsphase sind die Innenräume der Yachten zumeist nur über Gerüste und wenige Zugänge erreichbar.

Für die Lürssen Werft ist es ein großer Schaden – aber am Ende überschaubar. Das war 1918 anders. Da brannte der komplette Betrieb der Lürssen Werft ab. Vielleicht war es seinerzeit aber eine wirklich günstige Fügung, nach dem Brand den kompletten Betrieb nach Vegesack an die Weser zu verlegen. So hat auch die größte Katastrophe möglichweise auch ein Happy-End, das nicht mit dem Verlust des Bauplatzes für Vegesack verbunden ist.

So sieht es normalerweise aus, wenn eine der Lüsen-Yachten (beim Absenken) in dem Schwimmdock liegt. Auf unserem Foto ist es die AZZAM, die noch immer weltweit größte Yacht für einen nahöstlichen Auftraggeber