Bremer Vulkan AG: Mehr als 20 Jahre sind seit der Pleite vergangen – alles vergessen?

Dieses Foto ist ein wirkliches Unikat: Im Vordergrund der Heringslogger VEGESACK BV2, das erste Schiff, das die Bremer Vulkan AG 1895 an die Bremen Vegesacker Fischerei AG ablieferte. Dahinter das letzte Handelsschiff, ein Containerfrachter, den die Werft vor ihrer Pleite auslieferte und im HIntergrund der knapp 80 Meter hohe Bockkran, der nach deInsolvenz zunächste demontiert, später in den Nahen Osten verkauft und inzwischen längst verschrottet ist.


Die Historie der Vegesacker Großwerft bietet deutlich mehr, als Hennemann & Co.

Die aktuellen Wunden sind verblasst, die damals Arbeitslosen längst in anderen Jobs oder in Rente, die letzten Schiffe werden teilweise schon abgewrackt und das Werftgelände zwischen der Maritimen Meile Vegesack und der Grenze zu Blumenthal. Vulkanese zu sein, war etwas Besonderes. Als selbstbewusst – bis hin zu schwarzen (nicht von der Gewerkschaft finanzierten) Streiks, kompetent und innovativ werden sie beschrieben. Ander2e erinnern sich: „Egal, was was ein Vulkanese baut – am Ende wird immer ein Schiff draus …

Wie auch immer: Die Vulkan-Historie ist ein wichtiger Teil der maritimen Geschichte Vegesacks. Deshalb kommt die Großwerft an verschiedenen Stellen bei vegesack-maritim.de vor. An dieser Stelle bieten wir Chronologie und Historie in einem. Unterteilt in verschiedene Kapitel. Und für Kritik und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung.

Zum Autor:

Wolfgang Kiesel (Jg. 1950)
Wirtschaftsredakteur mit den Spezialitäten Schiffbau, Hafenwirtschaft, Logistik sowie
Dozent in der Journalistenausbildung in Hamburg, Berlin, Köln und München.
Geboren und aufgewachsen im Bremer Norden, engagiert sich seit Jahrzehnten zum Thema maritime Traditionen.
Kiesel ist der Autor des Buches Bremer Vulkan – Aufstieg und Fall – 200 Jahre Schiffbaugeschichte.
Er ist auch Mitgesellschafter der Betreibergesellschaft des Segelloggers BV2 Vegesack und Gründungs- und langjähriges ehemaliges Vorstandsmitglied im Verein Maritime Tradition Vegesack Nautilus e.V.
Wolfgang Kiesel ist zudem Betreiber des Online-Magazins vegesack-maritim.de mit mehreren zehntausend Lesern monatlich.

 

Die Fortsetzung:

Die Vulkan-Werft: Was ist geblieben?
Mehr als 2 Jahrzehnte nach dem Ende der Geschichte
Schon der Start scheint ziemlich „schräg“
Heringe, Auswanderer, Dampfmaschinen und „graue“ Schiffe
Krieg, Bomben, U-Boote und Zivilcourage
Der Start in eine neue (Handels-)Schiffbau-Philosophie
Der Beginn vom Ende …
Nachtrag und ein Finanzwunder

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Als erstes möchte ich auf eine Zeitleiste verlinken, die bei Vege.net, unserem lokalen und sehr leistungsfähigen Provider, abgelegt wurde:

http://vegesack.de/bremer-vulkan/geschichte/

Auf den einen oder anderen Abschnitt aus der Geschichte und der aktuellen Entwicklung werde ich auf diesem Blog noch zurückkommen.


Noch ein Zitat:

„Kommen Sie! Haben Sie Lust? Wir wollen eine Schiffswerft kaufen.“ – Das wäre das letzte bei den trostenlosen Aussichten, erwiderte ich. „Da haben Sie recht. Aber wenn wir die Schiffswerft halb geschenkt bekommen?“ – Nun, dann will ich kein Spielverderber sein und will mir das Weitere überlegen. Ich kann aber keine Schiffe bauen!“*

* Der Bremer Kaufmann Franz Schütte, 1883 einer der Gründungs-Geldgeber des Bremer Vulkan, über ein Gespräch mit seinem Freund, dem Bankier Loose, der ihn zum finanziellen Engagement beim Bremer Vulkan überredete.