Bürger können sich an der Bootshaus-Finanzierung beteiligten

Spätestens im April soll das Gebäude endgültig geräumt sein, hofft Norbert Lange-Kroning. Danach soll dann die konkrete Planung für das Alte Bootehaus beginnen. Ein Bootshaus mit großer architektonischer Geschichte aus der Bauhauszeit.


„Namenssteine“ sollen das Schmuckstück an der Maritimen Meile voranbringen

Der positive Blick in die Zukunft fällt in diesen Tagen – auch im maritimen Vegesack – nicht jedem Leicht. Neben mancher Ungewisheit aber kommt ein erwartungsfroher Ausblick auf das Alte Bootshaus, gegenüber der Signalstation. Norbert-Lange Kroning macht sich seit einigen Jahren für dieses im Bauhausstil entstandene Gebäude und eine zweitgemäße Nutzung stark. Jetzt sind die nächsten Schritte greifbar ist von Lange-Kroning zu hören. „Die Stiftung Maritim Unterweser wird im Februar 2021 gegründet“, stellt Lange Kroning in Aussicht.

Der Ankauf des Alten Boothauses gestalte sich schwierig, weil viele Voraussetzungen seitens der öffentlichen Liegenschaftsverwaltung Immobilien Bremen teilweise dafür noch geschaffen werden müssen. „Da gibt es noch eine Liste abzuarbeiten, was in Coronazeiten  nachgeholt werden müssen. Es gilt also nach wie vor eine Liste abzuarbeiten und in Corona Zeiten noch schwerer als sonst fällt. Aber, so Lange-Kroning, es gebe Fortschritte, so sei den Mietern im Haus jetzt offiziell gekündigt worden. Deren Verträge, so ist zu hören, konnten quasi „auf Abruf“ einer neuen Nutzung weichen. Im April des kommenden Jahres soll nun das Haus endgültig geräumt sein.

Bis dahin sollen denn auch die Aktivitäten der Stiftung angelaufen sein. Und an dem Gesamtprojekt soll sich auch die Öffentlichkeit beteiligen können. Analog zum Segellogger BV2 VEGESACK, dessen Finanzierung ganz wesentlich von Norbert Lange-Kroning organisiert wurde, soll es auch fürs Alte Bootshaus Vergleichbares geben. Bei der BV2 waren es die Vegesacker Bierkrüge die für 10 Mark zu kaufen waren und damit einen guten fünfstelligen Anteil beim Kauf des historischen Vegesacker Seglers ausmachten. „Namenssteine“ sollen es jetzt beim Bootshaus sein und bis das Haus geräumt ist, werden nicht nur die Konditionen für die Unterstützung feststehen sondern auch die Einzelheiten des Raumkonzeptes, das zukünftig eine Perle an der Vegesacker Weserpromenade sein wird.

 

Gleich gegenüber vom ALTEEN BOOTSHAUS weist eine der neuen Informationstafeln auf alle Ziele entland der Maritimen Meile hin. Auch das Bootshaus soll zukünftig zu diesen Attraktiven zählen.

Ein Haus mit großer Geschichte

Errichtet wurde es im Jahre 1927 vom Bauhaus-Architekten Ernst Becker, dem die „Neue Sachlichkeit“ der seinerzeit revolutionären Architektur außerordentlich gefiel.

Das seit Mitte der 1990er Jahre denkmalgeschützte Gebäude hat eine geschichtsträchtige Vergangenheit und könnte Interessierten viel Unterhaltsames und Spannendes erzählen. Daher könnten eine Renaissance des Hauses Altes und Neues, Kultur und Tradition unter einem Dach abwechslungsreich miteinander verbinden und es zu neuem Leben erwecken.

So jedenfalls schwebt es denen vor, die sich schon seit Jahrzehnten um die Maritime Meile Vegesack kümmern und nun den „alten Kasten“ ohne Schnörkel und Schnickschnack im Auge haben.

Jahrzehntelang war es das Domizil des Vegesacker Rudervereins, die nachgebauten Schienen an der Promenade verweisen noch auf die querenden Bootswagen auf dem Weg zum eigenen Anleger. Der Versuch von Norbert Lange-Kroning, neues Leben in das Gebäude einzuhauchen, blieb lange ungewiß. Was aber die aktuellen Perspektiven angeht, scheinen die Aussichten eher positiv. „Neue Ideen, neue Investoren und ein großer neuer Blick auf das Gesamtbild der Maritimen Meile ist aus den Kreisen der Arbeitsgemeinschaft Maritime Meile zu hören, sei nun gefragt. Nach den bisher vorgelegten Plänen gäbe es nach aktuellen Skizzen regelmäßige Lesungen, Vortragsreihen, Klönrunden zu Weser, Wind, Wellen, maritimen Themen und ditt un datt up Platt. All dies könnten sich die Akteure der Maritimen Meile vorstellen.

Dieses Gebäude könnte zum attraktiven Anlaufpunkt für Bremer und Besucher von nah und fern werden, sagen die Befürworter – nicht allein wegen des Bauhaus-Stils.  Eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken von Henry Rasmussen, dem weltweit bekannten Yachtkonstrukteur und Gründungsgesellschafter von Abeking & Rasmussen könnte sich zu einem Magneten entwickeln.

Ein Tässchen Kaffee zwischendurch beim Gassi gehen mit Bello, am Vormittag ein bisschen Kultur, zur Mittagszeit was Interessantes für Augen und Ohren und bei Butterkuchen und Cappuccino ist noch lange nicht Schluss mit Unterhaltung. Selbst Feierabend-Entspannung käme nicht zu kurz und abends bei Sternenschein könnte Unterhaltsames im Vordergrund stehen.

Die Rasmussen-Ausstellung – in einem Henry Rasmussen-Haus –  wäre dann natürlich ein absolutes Muss und wem das immer noch nicht maritim genug ist, der sollte seinen Blick vom Stadtgarten auf die andere Weserseite schweifen lassen. Dort kann er wahrhaftig die Werft Abeking & Rasmussen live und in Farbe betrachten.

Dass der Plan, der Maritimen Meile Vegesack mit dem alten Haus ein neues Gesicht zu einem weiteren Highlight am Weserufer werden zu lassen, hoffen auch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Maritime Meile, der die Vorstände der dort vertretenen Vereine angehören.