Die Signalstation wurde zum maritimen Hingucker an der Maritimen Meile

„Sag mal, was ist da drinnen denn neu? Da sieht‘s doch genauso gut aus, wie immer – oder?“ „Mittlerweile sind die Arbeiten so weit fortgeschritten, dass wir den Betrieb wieder aufnehmen wollen,“ hatte der MTV-Vorstand in der Einladung zur „Wieder-Inbetriebnahme“ der Signalstation geschrieben.

Unter den zahlreich erschienenen Besuchern entstand nach der Rede des Vorsitzenden und dem Ortsamtleiter, der Eindruck: Es war höchste Zeit, sich mal wieder zu treffen! Heiko Dornstedt der – so seine Selbstfindung – in gleich dreifacher Eigenschaft erschienen war – nämlich als Vorsitzender des Förderverein Stadtgarten Vegesack, als Ortsamtsleiter sowie als Mitglied des Vereins Maritime Tradition Nautilus (MTV) – freute sich zurecht über die neue Signalstation „als einem der Hingucker an der Maritimen Meile“. Im Erdgeschoss bereits schon jetzt enorm informativ (siehe weiter unten) und aufschlussreich und im ersten Stock die beste Grundlage für maritime Gespräche an einem der traditionell schönsten Arbeitsplätze in Vegesack.

Ein italienischer dreirädriger Zapfhahn sowie die tollen Schmalzstullen von Margret Ulsch mit dem von ihr gebackenen Brot trugen ihr Übriges dazu bei, das Treffen in der wohligen Herbstsonne zu einem Erfolg

Jede Menge Informationen bilden die Grundlage für den Einsatz der Ehrenamtlichen aus dem MTV und ihrer Gäste „an Bord“ der Signalstation.

werden zu lassen.

Physikunterricht an der Weserpromenade

Lattenpegel und Schreibpegel, Versandung und Korrektion, Springtiden und Mittelwasser – diese Fachbegriffe, die seit Neuestem die Fassade der Signalstation an der Vegesacker Weserpromenade schmücken, dürften den meisten Spaziergängern sowie den Gästen dieser Veranstaltung eher fremd sein. Ebenso bleibt die Digitalanzeige „1,35“ – mit dem Pfeil nach unten – sicher eher kryptisch, selbst wenn „Vegesack“ sowie „NHN + 5,00 m“ das Display umkränzen.

Es ist nicht nur der tolle Ausblick auf die Weser, der seinen besonderen Charme auf die Besucher der Signalstation ausübt. Gespräche und Verhandlungen in dieser Runde versprechen besonders erfolgreich zu sein.

Ganz sicher werden der Förderverein Stadtgarten sowie der MTV Nautilus – unter deren Regie die Inhalte auf der Fassade sowie in den Digitalanzeigen zustande kamen – demnächst noch manches anpassen. Wir werden sehen.

Wirklich lehrreich und zeitgemäß ist die Ausstattung der Fassade mit einem sogenannten QR-Code. Er ermöglicht über eine Smartphone-App eine direkte Online-Verbindung zu einer eigens eingerichteten Seite im Internet. Diese Seite heißt www.gezeitenstation.de und bildet 1:1 die Infos von der Fassade der Signalstation ab und bietet zugleich den Zugang zu einer englischen Übersetzung der Texte.

In der Runde der „Wiedereröffnungs-Gäste“ an der Signalstation fand sich jedoch kaum jemand, der den teilweise in kompliziertem Beamtendeutsch abgefassten Texten Erhellendes entlocken konnte. Und als Dr. Bernhard Hauke, einer Väter der Gezeitenstation seinen Zuhörern eröffnete, dass sich der Wasserspiegel der Weser gerade 1,35 Meter unter dem Meeresspiegel befinde, legte sich auch die eine oder andere Nautiker-Stirn in tiefe Falten.