Es grummelt heftig im Museumshaven

“Wenn das durchgeht, werde ich …!“ Rolf Noll lässt im Gespräch keinen Zweifel daran, wie sehr er verärgert ist. Der Anlass selbst hat durchaus das Zeug zu dem berühmten Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Was war passiert? Die von der Wirtschaftsförderung Bremen angestellte Hafenmeisterin befand ein Boot nicht würdig, einen Liegeplatz im Museumshaven zu bekommen – es sei ein Sportboot. Der betroffene Eigner ist sauer, fragt in Bremerhaven im Museumshaven an und hat nun sehr schnell im dortigen Museumshaven einen Liegeplatz. Und der Kutter- und Museumshaven Vegesack e.V. erfährt das alles erst im Nachhinein.

Das Grummeln ist nicht neu. Im Grunde genommen hoffen die Eigner-Vereine im Vegesacker Museumshaven einmütig seit Jahren darauf, den Hafen in Eigenregie führen und organisieren zu können. Doch Träger des Hafens ist keine Einrichtung, die sich wirklich damit auskennt, sondern die Abteilung Sondervermögen der Wirtschaftsförderungsgesellschaft; das macht die Zusammenarbeit nicht leichter! Während die Kontakte zur Abteilung Marketing und Tourismus als sehr positiv beschrieben werden, knirscht es bei der Hafenorganisation.

„Die Entscheidung, welche Schiffe wir aufnehmen, ist eine Sache des Vereins. Gerne berücksichtigen wir die Meinung der Hafenmeisterin, da wir ihre fachliche Kompetenz schätzen. Sollte es Sicherheitsbedenken geben, hat sie natürlich auch hier die letzte Entscheidung. Welches Schiff wir als historisch wertvoll und für unsere Vereinsstruktur für wichtig und richtig halten, muss allein die Entscheidung des Schifferrats sein“, schreibt Rolf Noll nun an die WFB und in Kopie an andere Vegesacker Einrichtungen und Mitglieder des Vereins.

Aktuell, so schreibt Noll, weigert sich die Hafenmeisterin, ein einstimmiges Votum des Schifferrates zu akzeptieren. Das Boot sei zwar gut für das Hafenbild, aber eben leider nur ein Sportboot. Der Museumshaven Vegesack könne, so eine Begründung, nicht in Konkurrenz zu den Wassersportvereinen mit ihren vereinseigenen Liegeplätzen treten.

„Ich bitte um Unterstützung und kurzfristige Klärung“, beendet Rolf Noll in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender seinen Brandbrief und schließt mit der Ankündigung, seine Mitarbeit im Ausschuss Maritime Meile Vegesack zunächst einstellen zu wollen.