Lürssen beim Marineschiffbau nun mit German Naval Yards auf gleichem Kurs

Nur über eine Kooperation mit der niederländischen Werft Damen Shipyards blieb Lürssen bei den jüngsten Marineaufträgen im Geschäft. Zuvor war die Bremer Werftengruppe aus dem Kreis der Bieter  zur Entwicklung und dem Bau  Mehrzweck-Kampfschiff „MKS 180“ zu entwickeln und vier Schiffe davon zu bauen herausgekippt worden. Pressefoto Damen Group.


Oliver Grün, Pressesprecher der Werftengruppe Lürssen, hat heute folgenden Pressetext veröffentlicht:

Lürssen beabsichtigt mit German Naval Yards Kiel eine dauerhafte Zusammenarbeit im Marineschiffbau. Die bisherigen Aktivitäten im militärischen und behördlichen Überwasserschiffbau sollen künftig in ein gemeinsames Unternehmen unter Führung der Bremer Lürssen-Gruppe eingebracht werden. Ziel ist eine Verbesserung der nationalen Industriestruktur sowie eine Stärkung der Effizienz und Nachhaltigkeit. Die Vorarbeiten zu einer abschließenden vertraglichen Vereinbarung über das Gemeinschaftsunternehmen konnten in dieser Woche zwischen den Eigentümerfamilien erfolgreich abgeschlossen werden. Der geplante Zusammenschluss unterliegt dem fusionskontrollrechtlichen Genehmigungsvorbehalt.

Der Zusammenschluss folgt den Forderungen des öffentlichen Auftraggebers, leistungsfähige Industriestrukturen in nationaler verlässlicher Verfügbarkeit und effizienter Kostenstruktur gewährleistet zu sehen. Dies umfasst neben dem Neubau technologisch hochinnovativer Marineschiffe auch deren Funktionserhalt über den gesamten Lebenszyklus. Eine Unterstützung hat diese Forderung in den jüngsten Beschlüssen der Bundesregierung zur Neufassung des „Strategiepapiers zur Stärkung der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“ mit der Zuordnung des gesamten Marineschiffbaus als deutsche „Schlüsseltechnologie“ erfahren. Die Stärkung des nationalen Marineschiffbaus durch eine Gemeinschaftsunternehmung von Lürssen und German Naval Yards Kiel entspricht diesen Zielvorgaben und stärkt zugleich die internationale Wettbewerbsposition norddeutscher Werften und der nationalen maritimen Zulieferindustrie.

Die Bundesregierung war bereits frühzeitig durch den Maritimen Koordinator, Norbert Brackmann, MdB, in die Konsolidierungsgespräche einbezogen. Er hat den Prozess mit seiner Expertise maßgeblich begleitet und unterstützt.

Iskandar Safa, CEO von Privinvest Holding SAL, der obersten Konzerngesellschaft der German Naval Yards Kiel GmbH, kommentiert den strategischen Schritt mit folgenden Worten: „Die Konsolidierung in Deutschland ist längst überfällig. Deutschland verfügt über erstklassige Marinewerften und exzellente Technologien. Aber unsere Kunden brauchen Partner, die über die Größe und die Fähigkeit verfügen, umfangreiche, strategisch wichtige Aufträge zu erfüllen. Das lässt sich besser erreichen, wenn inländische Akteure sich zusammenschließen. Heute haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung getan. Wir freuen uns auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Lürssen.“

Friedrich Lürßen, Gesellschafter der Lürssen-Gruppe, sieht in der unternehmerischen Übereinkunft zugleich eine Stärkung der Attraktivität des nationalen maritimen Standortes. „Wir sind davon überzeugt, dass eine Konsolidierung unserer Werften im Marineschiffbau sinnvoll und förderlich ist, um dadurch deren Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Wir gehen diesen Weg in der Erwartung, dem nationalen Auftraggeber in der neuen Struktur ein umfassenderes und leistungsfähiges Angebot zu einer dauerhaften Belieferung und Betreuung hochwertiger Marineeinheiten geben zu können. Wir stehen hierzu mit unserem Team aus motivierten und hochqualifizierten Mitarbeitern verlässlich zur Verfügung. Mit diesem strategischen Zusammenschluss wollen wir auch aktiv dazu beitragen, die Auswirkungen der durch die gegenwärtige Corona-Pandemie entstandenen Herausforderungen im Schiffbau gemeinsam zu meistern und Arbeitsplätze und Technologiefähigkeit für den nationalen Standort langfristig zu sichern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und sind zuversichtlich, noch vor uns liegende Hürden in der Umsetzung unserer Konsolidierungsstrategie nehmen zu können.“


LÜRSSEN. AUS VERANTWORTUNG FÜR DEN NORDEN.
Seit 1875 steht die norddeutsche Unternehmensgruppe Lürssen weltweit für höchste Produktqualität sowie innovative Technologien im Yacht- und Marine-Schiffbau. Das Familienunternehmen mit Sitz in Bremen-Vegesack ist spezialisiert auf die Konstruktion und Fertigung von Yachten, Marineschiffen und Küstenwachbooten. Das Neubaugeschäft flankieren
umfangreiche Serviceangebote im After-Sales-Bereich, darunter Reparaturen, Refits, Instandsetzungen sowie weltweite Logistikdienstleistungen. Mit sechs hochspezialisierten Produktionsstandorten in Bremen, Hamburg, MecklenburgVorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein setzt das Familienunternehmen heute wie in Zukunft auf die bewährte Schiffbautradition norddeutscher Werften und die Leidenschaft seiner Mitarbeiter.
Weitere Informationen unter www.luerssen.de


GERMAN NAVAL YARDS KIEL GmbH

 

GERMAN NAVAL YARDS KIEL ist spezialisiert auf Planung und Bau großer Marineschiffe wie Fregatten, Korvetten und Offshore Patrol Vessel. Entstanden aus dem Überwasserschiffbau der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH, blickt die Werftmannschaft auf 180 Jahre Geschichte zurück. Die Mannschaft gehörte früher zur HDW-Gaarden und hat eine
lange Marine-Tradition: So sind auf der Kieler Werft Schiffe aller Fregattenklassen entstanden, mit denen die deutsche Marine aktuell operiert. Zur leistungsfähigen Infrastruktur zählen unter anderem das größte Trockendock im Ostseeraum (426 Meter lang) und ein 900-t-Portalkran.
Weitere Informationen unter www.germannaval.com


Soweit der Pressetext von Lürssen.

Foto: Streitobjekt zwischen europäischen Werften und dem deutschen Verteidigungssministerium: Die Einsatzgruppenversorger der deutschen Marine. (User KuK on de.wikipedia, EGV Berlin, CC BY-SA 3.0)