Marinesegler GORCH FOCK auf kleiner Fahrt von Berne nach Lemwerder

Noch ohne Rahen und geleitet von zwei Schleppern verholte das Segelschulschiff der Deutschen Marine GORCH FOCK von der Lürssen-Werft in Warfleth zur Lürssen-Werft in Lemwerder. Auf beiden Seiten der Weser standen trotz der frischen Temperaturen sehr viele Interessierte. Darunter auch deutsche und ausländische Fotografen und Fernsehteams, die den Großsegler, nach fünfjähriger Instandsetzung wiedersehen wollten. vegesack-maritim.de veröffentlicht dazu die offizielle Erklärung der Lürssen-Werft von Oliver Grün:

GORCH FOCK zu Wasser – auf gutem Weg

Masten aufstellen, Rumpf beschichten, Wellenanlage einbringen, Motor instandsetzen. Bei Wind und Wetter arbeiten am Lürssen-Standort Berne mehr als 150 Spezialisten Tag für Tag auf ein Ziel hinaus: Die GORCH FOCK wieder unter Segel setzen. Heute wurde das Schiff erfolgreich zu Wasser gelassen und damit ein besonderer Meilenstein erreicht. Das Bremer Familienunternehmen Lürssen hat die Instandsetzung des Segelschulschiffes im Oktober 2019 übernommen und plant mit einer Übergabe an die Deutsche Marine Ende Mai dieses Jahres.

„Wenn wir Schiffe wieder ihrem Element übergeben, ist das immer ein bewegender Moment. Im Fall der GORCH FOCK ist die Freude besonders groß. Auf dem Traditionssegler haben unzählige Matrosen ihr Handwerk von der Pike auf gelernt, das Schiff war und ist das Aushängeschild unserer Marine, die Strahlkraft dieses Segelschiffes wirkt weit über die Marine hinaus. Durch die Verbundenheit unseres Hauses mit der Deutschen Marine waren wir uns schnell einig, unserem Kunden Unterstützung anzubieten und unser Knowhow und unsere Fähigkeiten zu nutzen, die GORCH FOCK wieder unter Segel zu setzen“, sagte Tim Wagner, Geschäftsführer der Fr. Lürssen Werft.

Genau gegenüber dem Schlepper REGINA des MTV Nautilus wurde das Segelschulschiff festgemacht. Dort erfolgen jetzt unter anderem die technischen Erprobungen.

„Dabei war uns von Beginn an bewusst: Wir übernehmen mit den Arbeiten an der Bark ein Projekt unter durchaus schwierigen Vorzeichen. Aufgrund teils unvollständiger Bauunterlagen mussten wir zahlreiche Änderungen an den schiffbaulichen Arbeiten vornehmen. Erhebliche Anstrengungen waren nicht zuletzt auch bei der Koordination der am Projekt beteiligten Zuliefererunternehmen erforderlich, da ein vorangegangener mehrmonatiger Baustopp infolge der Insolvenz des früheren Auftragnehmers im Prinzip einem Projektneuanfang gleichkam“, so Wagner weiter. „Entsprechend schlossen wir mit dem Öffentlichen Auftraggeber vor Projektübernahme einen Änderungsvertrag zur Instandsetzung der GORCH FOCK auf der Grundlage einer umfassend neubewerteten Leistungsbeschreibung mit entsprechend verbindlich formulierten Zielvorgaben und realistischem Zeithorizont.“

„Der erfolgreiche Stapellauf heute ist daher etwas Besonderes und das Ergebnis einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Stellen und Vertretern des Kunden. Der Dank gilt hierbei natürlich auch allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren engagierter Einsatz es trotz der Corona-bedingten Widrigkeiten es überhaupt ermöglicht hat, diesen Termin einzuhalten. Wir werden nun weiter unter Hochdruck auf den vereinbarten Übergabetermin hinarbeiten“, sagte Wagner abschließend.

Im Anschluss an den „Stapellauf“ über den werfteigenen Synchrolift verholten Schlepper die GORCH FOCK zum Lürssen-Standort Lemwerder. An der dortigen Pier erfolgt in den kommenden Wochen die Endausrüstung – darunter der weitere Aufbau der Inneneinrichtung – und die Inbetriebnahme.

Das -Wohnschuiff für die Stammbesatzung der GORCH FOCK war shon zuvor nach Lemwerder verholt worden.