Rita gibt mal wieder ihren Senf dazu

Unser Gastbeitrag von RITA aus Berlin:

Also ick hab gerade mal die paar Absätze über die halbnackten Männekens im Stadtgarten jelesen. Hat mir juut jefallen. Übrigens kenn ick die Typen aus nächster Nähe, an den Kerlen bin ick schon oft vorbeijeloofen – also an die in Stein gemeißelten natürlich. Die Jüngsten sind sie ooch icht mehr, aber trotzdem noch ziemlich knackig. Wetten, dass bei den beeden ooch bald der Lack ab is? Dann macht sich Orangenhaut breit, Falten und schlaffe Muskeln gibt’s gratis dazu – is nu mal so im Alter! Davon bleiben ooch antike Helden nich verschont. Aber steh du mal jahrelang bei Wind und Wetter im Park, ohne Bewegung, immer nur uff so eenem Sockel, denn siehste irgendwann ooch nich mehr schnuckelig aus!

Aber wenn Sie mich fragen, ick steh‘ sowieso mehr uff Adonis. Der war – zumindest was Schönheit anbelangt – der absolute Spitzenreiter der Kerle im Altertum – een absolut flotter Hirsch, dem die Mädels scharenweise hinterherjerannt sind. Am Anfang der langen Liste standen die Damen Aphrodite und Venus. Seien Sie mal ehrlich, den würden Sie doch ooch nich von der Bettkante schubsen – es sei denn, sie haben so een Superexemplar bereits zuhause – aber wer hat das schon…?

Halbnackte Kerle und nackte Fleischeslust.

Dass die ollen Griechen und ihre römischen Kollegen es faustdick hinter den Ohren hatten, wurde uns von Homer und anderen zeitgemäßen Schreiberlingen berichtet. Sie waren für freie Liebe, hatten echt hübsche Gespielinnen, liebten gutes Essen, tranken lieber Wein statt Wasser, badeten in Eselsmilch und wenn man mal von ihren kriegerischen Welteroberungsaktivitäten absieht, genossen sie das Leben in vollen Zügen. Und ick sage Ihnen, das gute Essen von denen hat sich bis heute am Markt behauptet. Mittelmeerküche sage ick bloß!

Neulich hatten wir bei Lidl ooch gerade wieder so eene Griechen-Woche! Ick arbeite da und deshalb weeß ick ooch darüber Bescheid und erzähle Ihnen hier nüscht vom Pferd. Griechische Weinblätter, Feta, Suflaki, Gyros, Tzatziki, Moussaka, Metaxa, Pitabrot, Lamm in x-Varianten, Obst und Gemüse sind noch immer die totalen Renner, und zwar nicht nur beim Griechen um die Ecke – selber machen is anjesagt!

Selbst den Kochlöffel schwingen is sowieso total in – sagen alle und machen ooch alle. Mal een Würstchen uff’n Grill schieben reicht längst nicht mehr aus. Muss schon bisschen watt Besseres sein. Uff der eenen Seite juutet Fleisch und uff der anderen natürlich een optimaler Grill. Also watt ick in diesem Super-Sommer allet für Exemplare davon jesehen habe, wenn ick bei Freunden und Bekannten einjeladen war – ick kann Ihnen mal flüstern! Gestaunt habe ick, Bauklötzer, das Feinste vom Feinen. Voll elektronische Grills mit allen Schickimickis, die du dir bloß denken kannst! Thermometer, die viel mehr können, als bloß die schnöde Temperatur messen.

Selbst wir bei Lidl ham Steaks im Anjebot, da wusste ick bis vor kurzem noch nicht mal, dass es sowas Edles jibt! T-Bone-Steak, Tomahawk-Steak. Porterhouse, Rib-Eye und wie sie alle heißen. Lamm, Rind, Schwein – allet is möglich und eins schmeckt besser als dett andere. Und janz wichtig ist die Herkunft und Rasse von so eenem Viech. Der optimal informierte Grillmeister weiß janz jenau, wo das Tier uffjewachsen is, kennt seine Brüder und Schwestern, weeß, wie lange es uff der Weide stand, mit welcher Musike es berieselt wurde und welche Massagebürsten ihm die notwendigen Streicheleinheiten verpassten.

Also ick bin ja mehr so vom Typ schmeckt mir oder schmeckt mir nich. All die Feinheiten zum Thema Fleischeslust sind mir eijentlich fremd. Appetitlich muss es sein, lecker sowieso, kann ooch mal nen Euro mehr kosten. Das Jesamtpaket muss eben hinhauen und dann ist es wie olle Tim Mälzer immer sagt: schmeckt nicht – jibt’s nicht!

Wie bin ick jetzt eijentlich uff’s Grillen und Essen jekommen? Na is ja ooch ejal. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, hat meene Oma immer jesagt und diese Erkenntnisse hatte die absolut nich von den ollen Griechen oder Römern. Waren allet ihre eigenen Erfahrungswerte.

In diesem Sinne: Juten Appetit und macht’s juut Nachbarn! Eure Rita………