Sommerzeit-Ausklang an der Weser

Leises Motorknattern erfüllt die Luft, lange, kahle Masten ragen in die Höhe, Leinen hängen sauber und ordentlich zusammengelegt überall an Bord. Aber kein Segel weit und breit. Kein weißes, kein rotes, kein grünes. Dafür aber etliche Motorboote, die – wie alle heute – vielleicht den letzten Ausflug dieser Saison genießen.

Kaiserwetter im Herbst. Knallblauer Himmel, lustige weiße Windwölkchen, kräftig grüne Wiesen und ein Touch von Indian Summer ringsherum. Die Weser glitzert silbern, das Quecksilber ein wenig niedrig – trotzdem, ein Samstag wie Samt und Seide.

Alle sind begeistert und ganz besonders die Segel- und Motorbootliebhaber, von denen etliche von Vegesack nach Elsfleth getuckert sind.

Erbsensuppenduft aus großen Kübeln steigt allen am Anleger in die Nase und luftgekühltes Bier, Cola, Saft und Wasser ist zur Selbstbedienung aufgebaut. Aber – wie es denn immer so ist – ohne Reden geht nun mal nix! Erst der Rolf, dann der Fuchs – äääh Füchsin – also Frau Bürgermeisterin Fuchs von Elsfleth – Chefin des kleinen Weserstädtchens! Danach allgemeiner Gedankenaustausch über Schiffe, Erlebnisse, Zweibeiner, Vierbeiner, Gott und die Welt.

Aufmerksame Zuhörer am Ziel der „Erbsensuppenfahrt“ 2018: Brigitte Fuchs (neben Rolf Fuchs in der Mitte des Fotos), Bürgermeisterin der 9.500-Einwohner-Stadt Elsfleth freut sich sehr, sieben maritime Oldtimer aus Vegesack begrüßen zu können. Mal ein ungewöhnlicher Protokolltermin – aber einer, der deutlich werden lässt, dass die regionale Zusammenarbeit im maritimen Tourismus wichtig ist.

Doch dann, endlich, ran an den Suppentopp, Kelle rein, Klappe halten, futtern. Erbsensuppe ist futtern wie bei Muttern. Echt was für Leib und Seele und auch gegen kalte Füße. Irgendwer erzählt vom Chili con carne an Bord von den Seenotrettern – pikant soll’s sein, schmeckt super und noch ist was übrig.

Noch immer strahlt die Sonne, aber sie neigt sich ganz langsam gen Sinkflug. Die meisten sind satt, wollen wieder aufs Schiff, diesen Herbsttag an Bord genießen und dann ab auf die Couch und Fußballgucken. Ach nee, Werder spielt erst morgen! Langsam nach Hause tuckern, die letzten Stunden der Sommerzeit genießen.

Und im nächsten Jahr geht alles wieder auf Anfang – dann möglicherweise ohne Sommerzeit, einfach nur mit Sommer! (Text: Dagmar Kiesel)