Vegesacker Winterschlaf

Ein Meinungsbeitrag von Thomas Rutka, dem Vorsitzenden des MTV Nautilus e.V.:

Wie attraktiv ist eigentlich das maritime Vegesack im Winter?

Gibt es da überhaupt nennenswerte Bedarfe oder ist eine Art Winterschlaf  eine wichtige Regenerierungsphase unserer Region?

Zwei Erlebnisse in den letzten Wochen haben mich da Nachdenklich gemacht:

Da ruft mich ein Fernsehteam aus Hannover an und möchte einen kleinen Film über das winterliche Leben auf unserer Maritimen Meile Vegesack drehen. In der Phantasie der Interessenten, die Vegesack nicht persönlich kannten, kamen Eislaufveranstaltungen, Schneerutschen, gemütliche Glühweinbuden, alltägliches geselliges Leben am und auf dem Wasser vor. Die winterliche Realität konnte beim Casting leider nicht überzeugen.

Und auch der erfolgreiche Vegesacker Winterspass auf dem Sedanplatz konnte da nicht wirklich punkten, ist er doch fernab der Weser und am 6. Januar schon wieder vorbei.

An einem schmuddelig verregneten Januar – Samstagnachmittag sitze ich mit Kollegen im Nautilushaus. Da klopft eine Familie mit Kindern an die Tür. Sie kamen aus Esens, wo sie einen ruhigen Winterurlaub verbrachten und suchten die Maritime Meile Vegesack.

Die einzige geöffnete Attraktion zu diesem Zeitpunkt war das Schulschiff Deutschland. Ein Hinweis, der gerne angenommen wurde und die Enttäuschung über erwartete weitere maritime Erlebnisse wenigstens in Grenzen hielt.

Hier wird deutlich: Die Maritime Meile Vegesack weckt durchaus Erwartungen. Das ist erst mal positiv. Doch diese Erwartungen sollten auch erfüllbar sein bzw. der Interessent muss besser informiert werden, was ihn erwartet.

Was bedeutet das nun für uns maritim Engagierte Vegesacker?

  1. Wir stellen fest, dass Menschen das ganze Jahr über auf der Suche nach Attraktionen und gemütlichen / interessanten Orten sind.
  2. Information ist ganz wichtig. Wo beginnt, wo endet die Maritime Meile, in welchem Bereich finde ich was?
  3. Gastronomie und vielleicht vereinzelt überdachte Plätze (z. B. Kinderspielecken) würden zur Ganzjahresattraktivität beitragen.
  4. Erlebnisse, wie die geschilderten, sollten uns motivieren, weiter an einem attraktiveren maritimen Vegesack zu arbeiten.
  5. Wir sollten uns bewusstmachen: Die Küste schläft nicht. Auch andere Regionen haben sich fein herausgeputzt, stellen ihr maritimes Erbe wunderbar dar und sind attraktiv für Gäste wie auch für die Einheimischen. Als Beispiele seien hier nur die Orte Carolinensiel, Leer oder Papenburg genannt.

Ich wünsche Vegesack jedenfalls kreative Schlafstörungen bei einem möglichen Winterschlaf

Thomas Rutka

Vorsitzender des MTV Nautilus, Vegesack