Werftenpoker an der Unterweser beendet – Lürssen kauft die Elsflether Werft

Die GORCH FOCK in guten Tagen: Vor der Hafeneinfahrt von Boston während einer USA-Reise im Jahr 1980.


Obwohl sowohl der Gläubiger-Ausschuss als auch die Marine als öffentlicher Auftraggeber noch zustimmen müssen, scheint klar: Lürssen hat die insolvente Elsflether Werft gekauft. „Die Tinte ist trocken“ wird gemeldet und schon am Mittwoch dieser Woche soll die GORCH FOCK ihr vorübergehendes Domizil bei Fassmer verlassen und nach Vegesack verholt werden.

Am Mittwoch sollen nicht nur das wichtige Gremium der Unternehmen, die gerne noch ein wenig Geld aus der Insolvenzmasse hätten, tagen und dem Verkauf zustimmen. Auch das Verholen des Großseglers GORCH FOCK ist bereits für diesen Mittwoch vorgesehen. Knapp 3,6 Mio. Euro soll Lürssen für die Übernahme der Werft bezahlen. Offizielle Bestätigungen gibt es dafür allerdings nicht. Auch für die 800.000 Euro nicht, die Lürssen für die Arbeiten an dem Marine-Segler seit dem Insolvenzantrag erstatten will.

Das größte Pfund bei der Übernahme ist sicher der Gorch Fock-Generalauftrag aus dem Verteidigungsministerium – immerhin mit einem dreistelligen Millionenbetrag honoriert, von denen allerdings ein großer Teil in der Insolvenzmasse der Werft „versackt“ ist. Am 20. Februar hatten die Elsflether einen Insolvenzantrag gestellt, „Hausherr“ ist jetzt der Hamburger Insolvenzverwalter Tobias Brinkmann. Erwartet wird, dass der Großsegler bis zum Herbst kommenden Jahres bei der Marine abgeliefert werden muss. Nach Informationen des Redaktionsnetzwerk Deutschland soll Lürssen diesen Ablieferungstermin inzwischen zugesagt haben.

Noch lugt aus der Schiffbauhalle der Fassmer-Werft in Motzen der Klüverbaum der GORCH FOCK heraus. Eigentlich sollten die Arbeiten dort bereits abgeschlossen sein. Elektrik, Maschine und Außenlackierung sollten erledigt sein. Der anschließende Innenausbau wird nun wohl in Vegesack durchgeführt.

Die Marine war schon immer „Stammkunde“ bei der Elsflether Werft. Dies, so wünschen es die Bewerber um die Übernahme, soll auch in Zukunft nicht anders werden. Für die ersten Millionen sorgt auf jeden Fall der GORCH FOCK, deren Modernisierungsauftrag die Werft noch immer besitzt. Foto: Bin im Garten, 2012-08-08-fotoflug-bremen erster flug 0975, CC BY-SA 3.0. 

Der Klüverbaum lugt schon ein bisschen aus der Schiffbauhalle von Fassmer in Motzen heraus. Noch in dieser Woche wird die GORCH FOCK zu Lürssen verholt, um den weiteren Innenausbau stattfinden zu lassen. Die Ablieferung ist danach für Hernst 2020 zugesagt.