Zweimal vorn und fünfmal achtern für Lürssen

Saudi-Ausfall kann in Wolgast kompensiert werden

Jeweils rund 400 Millionen Euro will die deutsche Marine in fünf neue Korvetten investieren. Der Anteil für die Lürssen-Gruppe ist beträchtlich: Zwei Vorschiffe sowie alle fünf Achterschiffe werden bei Lürssen entstehen. Die Vorschiffe in Vegesack und die Achterschiffe in Wolgast. Vor allem die durch den teilweisen Ausfall des politisch gestoppten Milliarden-Auftrages für den saudi-arabischen Küstenschutz gebeutelten Schiffbauer der Peenewerft in Wolgast können aufatmen.

Die 89 Meter lange Korvette vom Typ K130 hat eine lange Geschichte und mehrfach sahen dabei die Werften – auch die der Lürssen-Gruppe – nicht besonders gut aus: Kollision wegen defekter Ruderanlage im Nord-Ostsee-Kanal, Schimmel und Schwitzwasser im Schiff, Totalausfall der Getriebe nach Konstruktionsfehler eines Schweizer Zulieferers und schließlich Freisetzen von Formaldehyd im Maschinenraum der Schiffe.

Das soll jetzt alles der Vergangenheit angehören. Nach dem Einspruch der ehemaligen HDW-Werft German Naval Yards gegen angebliche Ungereimtheiten bei der Vergabe, sind nun drei Werften in Kiel, Hamburg und Bremen beauftragt, die nächsten fünf Schiffe der BRAUNSCHWEIG-Klasse zu fertigen. Ihre Namen: KÖLN, LÜBECK, EMDEN, KARLSRUHE und AUGSBURG. Gesamtvolumen: 2,5 Milliarden Euro inklusive 500 Millionen für die Bewaffnung aus vier Trägern für schwere Seezielflugkörper, zwei Revolverkanonen für die Abwehr von Speedbooten sowie unter anderem zwei Täuschkörperwerfern und einer Nahbereichsbewaffnung.

89 Meter lang, 13 Meter breit, 2,40 Meter Tiefgang und eine Verdrängung von 1.840 Tonnen, ca. 60 Mann Besatzung – das ist die Korvette K130, von der nun weitere fünf Exemplare für die deutsche Marine gebaut werden. Die zur Lürssen-Gruppe gehörenden Werften in Vegesack, Wolgast und Hamburg übernahmen dabei einen ordentlichen Anteil. Foto: Ein Dahmer, BRAUNSCHWEIG 3012, CC BY-SA 4.0, BMVtg

Zusammengepasst, endausgerüstet und erprobt werden die Vor- und Achterschiffe (ebenfalls zu Lürssen gehörigen Blohm&Voss-Werft) in Hamburg. Die fünf Korvetten sollen in den kommenden drei bis fünf Jahren an die Marine abgeliefert werden.